Vom Staub der Erde zum Sinnbild des Seins
Mit meinen Skulpturen betrachte ich unterschiedliche Facetten der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Mein Bild dieses für unser Leben auf der Erde bedeutenden Verhältnisses ist unter anderem geprägt von den Eindrücken, die ich im Rahmen meiner früheren beruflichen Tätigkeit als Umweltgeowissenschaftler international gesammelt habe.
Meine wissenschaftlichen Expeditionen führten mich in die Wassermangel-Gebiete Nordafrikas, hier vor allem nach Ägypten und in den Sudan, sowie in die des nahen Ostens und Indiens. In diesen Regionen kommt man nicht nur mit ursprünglichen, archaischen Landschaften in Berührung, sondern auch mit den zum Teil extrem eingeschränkten Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung. All dies hat meine Sicht auf Mensch und Natur nachhaltig geprägt. Im Rahmen der Wissenschaftsvermittlung habe ich begonnen, sowohl diese Eindrücke als auch geowissenschaftliche Modellresultate zu visualisieren und entdeckte so das fruchtbare Zusammenwirken von Wissenschaft, Kunst und Gestaltung.
In der Werkserie Das Boot setze ich mich mit dem Leben als nichtlinearen Prozess auseinander. Das Boot steht für das Leben als Weg, geprägt durch unterschiedliche metaphorische Bezüge im Sinne eines cycles of life. Die unterschiedlichen Perspektiven greifen symbolische Elemente einzelner kulturhistorischer Aspekte auf, die mit dem alten Ägypten beginnen und über das Christentum bis in die aktuelle Gegenwart reichen. Die jeweiligen Positionen werden im Sinne einer künstlerischen Intervention durch das jeweilige Material, die Bearbeitungstechnik und die mitunter experimentelle Endbearbeitung in Szene gesetzt. Im Zusammenwirken sollen diese Elemente den Betrachter animieren, eine eigene Deutung zu versuchen und sich auf eine Reflexion eigener metaphorischer Inhalte einzulassen.