Die Kunst von Billie Zangewa zeichnet sich vor allem durch aufwendige Collagen aus, die aus handgestickten Fragmenten aus Rohseide bestehen. Zudem ist Zangewa für ihre figurativen Kompositionen bekannt, die die Identität erforschen und sowohl historische Stereotypen und Objektivierung als auch die Ausbeutung der Schwarzen Frau hinterfragen. Die Galerie Lehmann Maupin widmet der Künstlerin im Herbst insgesamt zwei Ausstellungen, die an verschiedenen Standorten zu sehen sein werden. Die Zweigstelle in Seoul zeigt ab dem 18. November 2021 Billie Zangewa. Flesh and Blood – eine Werkschau, die auf die Bedeutung von freundschaftlichen und familiären Beziehungen eingeht, die für Zangewa in den letzten zwei Jahren eine wichtige Unterstützung waren. Ihr Sohn, ein immer wiederkehrendes Thema in ihrem Werk, steht in diesen Collagen im Mittelpunkt. In einer Reihe von Porträts stellt Zangewa die Menschen dar, die sowohl seine genetische als auch seine gewählte Familie bilden. Bereits am 10. November 2021 zeigt der Galeriestandort in London mit Billie Zangewa. Running Water die zweite Werkschau, die sich mit täglichen Handlungen von Arbeit, Elternschaft und Selbstfürsorge befasst. Gemeinsam stellen beide Ausstellungen die einzigartige Zeit und die radikalen Veränderungen infolge der Coronapandemie dar und bieten zwei Perspektiven auf das häusliche Leben. Sie finden außerdem zeitgleich mit Zangewas erster großer musealer Einzelausstellung in den USA statt – Billie Zangewa: Thread for a Web Begun. Interessierte können Billie Zangewa. Flesh and Blood im Standort der Galerie Lehmann Maupin in Seoul bis zum 15. Januar 2022 ansehen.
Billie Zangewa wurde 1973 in Blantyre, Malawi geboren und studierte Druckgrafik an der Rhodes-Universität in Südafrika, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie setzt ihr Verständnis von Textilien ein, um persönliche und universelle Erfahrungen durch häusliche Interieurs, Stadtlandschaften und Porträts darzustellen. Nach der Geburt ihres Sohnes begann Zangewa mit der Gestaltung ihrer bekannten häuslichen Motive, um ihren Schwerpunkt von Selbstbetrachtung und Weiblichkeit auf Mutterschaft und das Zuhause zu verlagern. Zangewa bezieht sich oft auf Szenen oder Erlebnisse aus dem täglichen Leben und erklärt dies damit, dass sie daran interessiert ist, die Arbeit von Frauen darzustellen, die die Gesellschaft am Laufen hält, aber oft übersehen, unterbewertet oder ignoriert wird.