Kunsthalle Bremen

Der doppelte Manet: Zwei parallele Ausstellungen beleuchten unterschiedliche Aspekte des Lebens und Werks Édouart Manets

Die Kunsthalle Bremen zeigt vom 23. Oktober 2021 bis 27. Februar 2022 die Ausstellung »Manet und Astruc. Künstlerfreunde« über die Freundschaft Manets mit dem Künstler und Kunstkritiker Zacharie Astruc und zeitgleich über eine Inspirationsquelle Manets mit dem Titel »Goya und Manet. Revolutionäre Radierungen«.

23. October 2021
Francisco de Goya, Das Pferd als Entführer, circa 1815-1819, Blatt Nr. 10 aus dem Zyklus Los Disparates
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett
Francisco de Goya, Das Pferd als Entführer, circa 1815–1819. Blatt Nr. 10 aus dem Zyklus Los Disparates

Francisco de Goya ist berühmt für seine Satiren und Karikaturen, die er um 1800 schuf und die sich schnell in Europa verbreiteten. Goyas meisterhaftes handwerkliches Können in der damals recht neuen Aquatinta-Technik trug neben dem schonungslosen Inhalt seiner Bilder, zusätzlich zu seinem Ruhm bei. Sowohl Technik als auch Motive inspirieren ein halbes Jahrhundert später Édouard Manet, sich mit Druckgrafiken zu beschäftigen, ein Einfluss, der nun in der Ausstellung »Goya und Manet. Revolutionäre Radierungen« anschaulich nachvollzogen werden kann.

Édouard Manet, Exotische Blume, 1868
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett
Edouard Manet, Exotische Blume, 1868

Zu Manets Lebzeiten wurden seine Kunstwerke regelmäßig von Skandalen begleitet. Öffentlich verteidigt wurde er damals nicht zuletzt vom Kunstkritiker Zacharie Astruc, der zu einem Freund Manets wurde. In den 1860er-Jahren malte Manet vorrangig Bilder des »modernen Lebens« und übte großen Einfluss auf andere Maler seines Alters wie Henri Fantin-Latour oder Alphonse Legros aus. Beim zweijährlich stattfindenden Salon de Paris, der wichtigsten Ausstellung des Pariser Kunstmarktes im 19. Jahrhundert, wurde er jedoch wegen unsittlicher Bilder und seiner groben Malweise immer wieder zurückgewiesen. Erst nach Manets Tod 1883 erkannte auch die breite Öffentlichkeit die Bedeutung seiner Arbeiten.

Édouard Manet, Bildnis des Zacharie Astruc, 1866
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Édouard Manet, Bildnis des Zacharie Astruc, 1866

Die Ausstellung »Manet und Astruc. Künstlerfreunde« beleuchtet deren freundschaftliches Verhältnis, das auch von intensiven Diskussionen über die Malerei geprägt war. Astruc, der heute weitgehend vergessen ist, war zu Lebzeiten ein bekannter Kritiker, der gemeinsam mit Manet den Geschmack der Avantgarde propagierte. Die Kunsthalle Bremen wirft nun mit diesen beiden Ausstellungen über Goyas Einfluss auf Manet und dessen Freundschaft zu Astruc einen Blick auf zwei für Manet wichtige Personen, der hilft, Manets Werk in seiner Zeit zu verstehen.Art.Salon

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Halle (Saale), Galerie Erik Bausmann zeigt Claudia Berg

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Wien, Franz Grabmayr in der ALBERTINA

Seine Gemälde verkörpern Dynamik: Franz Grabmayr widmete sich der Darstellung von Wasser, Feuer, dem Himmel und der Erde. Am 17. Mai eröffnet die ALBERTINA in Wien eine große Einzelausstellung des 2015 verstorbenen Künstlers.

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