Dresden, Leonhardi-Museum

August Kotzsch, ein Pionier der deutschen Fotografie

Anlässlich des Erscheinens eines Werkverzeichnisses mit über 1.000 Arbeiten organisierte die Deutsche Fotothek eine Ausstellung zu einem bedeutenden Fotografen des 19. Jahrhunderts: August Kotzsch: Fotografie ist noch bis zum 21. Juni im Leonhardi-Museum Dresden zu sehen.

27. April 2026

August Kotzsch (1836-1910) ist einer der heute kaum noch bekannten Meister der frühen Fotografie. Zu Lebzeiten wurde er vor allem wegen seiner Landschaftsaufnahmen um Loschwitz bei Dresden, heute ein Stadtteil der sächsischen Hauptstadt, international bekannt: Ortsansichten, malerische Landschaften und inszenierte Genredarstellungen begeisterten sein Publikum. Kotzsch war einer der frühen Fotografen, die das Medium nicht in erster Linie als Abbildungsmöglichkeit, sondern als künstlerischen Ausdruck verstanden. Für Kotzsch selbst waren seine Studien künstlerisch wertvoll, vor allem Pflanzenstudien vor neutralen Hintergründen, die Züge neusachlicher Fotografie vorwegnahmen. Anlässlich des kürzlich erschienen Werkverzeichnisses mit über 1.000 Arbeiten organisierte die Deutsche Fotothek die Ausstellung August Kotzsch: Fotografie, die bisher unveröffentlichte Bilder zeigt und Einblicke in die Praxis und den Vertrieb des Fotografen bietet. Die Ausstellung ist im Leonhardi-Museum in Dresden zu sehen und läuft noch bis zum 21. Juni.

Kotzsch war der einzige Fotograf in Loschwitz und Umgebung, weshalb er eine stabile Auftragslage beispielsweise für Porträtaufnahmen verzeichnen konnte. Ab den späte 1870ern konnte er auch mit den gefragten Bildpostkarten finanziell erfolgreich leben. Zu seinen freien Projekten gehörte auch die Dokumentation seines Heimatortes Loschwitz, einem Weinbauerndorf, das sich zu einem Villenvorort von Dresden entwickelte. Ursprünglich wollte Kotzsch an einer Kunstakademie studieren, doch die finanziellen Mittel seiner Familie reichten nicht. Ab 1860 war er seinem Nachbarn, dem Maler und Fotografen August Niemann, als Assistent behilflich. Nach Niemanns Tod im Jahr 1861 kaufte Kotzsch dessen fotografische Ausrüstung und betätigte sich selbst als Fotograf, während er den Weinanbaubetrieb seiner Familie leitete. In den folgenden Jahren mehrte sich Kotzschs internationaler Ruf. Er präsentierte seine Arbeit unter anderem auf der Weltausstellung in Wien 1873. Im Leonhardi-Museum war bereits 1986 eine Ausstellung zu August Kotzsch zu sehen.Art.Salon

Dive deeper into the art world

Hilden: Ausstellung mit Gabriele Weide

In der Ausstellung Zwischentöne & Statements präsentiert das Haus Hildener Künstler Kunstwerke von drei Künstlerinnen über zentrale Themen unserer Zeit. Gabriele Weide aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon zeigt Arbeiten über die Gefährdung des Lebensraumes Ozean. Die Vernissage findet am 20. Juni um 15 Uhr in Hilden nahe Düsseldorf statt.

17. June 2026
Gabriele Ludewig

Auf den ersten Blick wirken Gabriele Ludewigs „Balloons“ wie bunte, schwebende Luftballons. Doch hinter der poppigen Comic-Ästhetik verbergen sich massive Skulpturen voller Dynamik. Ein Blick auf Kunstwerke, die pure Lebensfreude versprühen.

von Felix Brosius, 16. June 2026