Deichtorhallen, Hamburg: »Tomi Ungerer – It’s all about Freedom«

Bisher unveröffentlichte Werke Tomi Ungerers in der Sammlung Falckenberg

Tomi Ungerer ist vielen vornehmlich wegen seiner Kinderbücher wie heute hier, morgen fort oder Der Nebelmann ein Begriff, dabei stellen seine Zeichnungen, Collagen und Assemblagen einen ebenso wichtigen Grundpfeiler seines Schaffens dar wie seine Plakate. Am 27. November, dem 90. Geburtstag Ungerers, gewähren die Deichtorhallen Hamburg nun einen umfassenden Einblick in das Lebenswerk des vor zwei Jahren verstorbenen Illustrators.

26. November 2021
Tomi Ungerer
Foto: Musées de la Ville de Strasbourg/Mathieu Bertola
Tomi Ungerer

Tomi Ungerer (1931 – 2019) ist nicht nur einflussreicher Zeichner, Illustrator und Kinderbuchautor von Werken wie Die drei Räuber, Heute hier, morgen fort und Der Nebelmann, sondern auch Kreateur von Plakaten gegen den Vietnamkrieg und die Diskriminierung von People of Color. Auch Milieustudien aus der Hamburger Herbertstraße, Großcollagen und die Illustration von kriegstraumatischen Erinnerungen flossen in sein Œuvre mit ein. Einen Querschnitt dieses vielgestaltigen Schaffens zeigen die Hamburger Deichtorhallen in der Sammlung Falckenberg ab dem 27. November, dem 90. Geburtstag des Künstlers, unter dem Titel Tomi Ungerer – it’s all about freedom. Die Ausstellung entstand aus einer Kooperation mit dem Tomi Ungerer Estate und dem Musée Tomi Ungerer in Straßburg.

Angefangen bei Zeichnungen aus Ungerers Kindheit in den 1930er-Jahren bis hin zu Arbeiten aus seinen letzten Lebensjahren umfasst Tomi Ungerer – it’s all about freedom rund 400 Exponate, zahlreiche davon bisher unveröffentlicht. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen eigens für Kinder eingerichteten Raum, in dem der Kosmos aus Ungerers Kinderbüchern zu sehen sein wird, sowie durch Filme mit und über den Illustrator. Der Titel der Veranstaltung rührt von der Auffassung Ungerers als »free-wheeling artist« (in etwa: freigeistiger Künstler) her, dessen Werk sich frei zwischen Zeichnung, Collage und Assemblage bewegt und sich thematisch stets gegen politische Ereignisse und Machtaustragung auflehnt. Ungerer ließ meist die Geschehnisse, die sich an seinen verschiedenen Wohnorten zutrugen, in seine Darstellungen einfließen – so reicht seine ganz persönliche Geschichtsschreibung von Straßburg, wo er aufwuchs, über New York, wo er gut 20 Jahre lebte, bis hin zum irischen Cork, wo er sein Lebensende verbrachte. Die neun Jahrzehnte umfassende Werkschau Tomi Ungerers ist bis zum 24. April 2022 geöffnet. Art.Salon

Tomi Ungerer: Zeichnung für Die Drei Räuber, 1961 Tusche, farbige Tuschelavierung, Gouache-Highlights und Collage, 30 x 23,5 cm
Tomi Ungerer: Zeichnung für Die Drei Räuber, 1961 Tusche, farbige Tuschelavierung, Gouache-Highlights und Collage, 30 x 23,5 cm, Collection Musée Tomi Ungerer – Centre international de l'Illustration.
© Diogenes Verlag AG, Zürich/Tomi Ungerer Estate, Foto: Musées de la Ville de Strasbourg/Mathieu Bertola

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