Die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga befasst sich in ihren Arbeiten vornehmlich mit sozialen und topografischen Veränderungen ihrer Umwelt und konzentriert sich thematisch auf Methoden des regionalen Abbaus von Rohmaterial, welches im Anschluss technologisch verarbeitet und weltweit vertrieben wird. So beobachtet sie systematische Ausbeutung, die Fokussierung auf Materielles und ungleiche Machtverhältnisse. Diese Ansätze finden sich auch in der vom Kunsthaus Bregenz ausgerichteten Werkschau Otobong Nkanga wieder. Heute, am 23. Oktober 2021, eröffnet dort eine von Nkanga eigens für die Räumlichkeiten konzipierte Ausstellungslandschaft, die sich mit den Elementen Erde und Wasser und deren Unabdingbarkeit für Leben und Überleben beschäftigt. Bis zum 06. Februar 2022 wird unter anderem eine Tapisserie präsentiert, die sich über die gesamten vier Stockwerke des Kunsthaus Bregenz zieht. Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnerinnen und Partnern, darunter Lehmbau-Experte Martin Rauch, die DORNIER GmbH in Lindau und das renommierte TextielLab des TextielMuseums in Tilburg.
1974 in Kano (Nigeria) geboren, studierte die heutige bildende und Performance-Künstlerin Otobong Nkanga Kunst erst an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife, Nigeria, und später an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris. Dem schloss sie ein Studium an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam an, bevor sie 2013 eine Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD wurde. 2015 erhielt Nkanga den hochdotierten Yanghyun-Preis, vier Jahre später wurde sie mit dem Peter-Weiss-Preis ausgezeichnet. Ihre Kunst wurde unter anderem im Museum of Contemporary Art in Antwerpen (2015) und Chicago (2018) und auf der 58. Kunstbiennale in Venedig (2019) ausgestellt. Neben Performances fertigt Nkanga Tapisserien, Zeichnungen, Fotografien, Installationen, und Videos an, die sich mit den Verbindungen zwischen Menschen, Umwelt und Geschichte befassen.