Atlanta: High Museum of Art zeigt Ralph Eugene Meatyard

Der makabre Foto-Pionier

Das High Museum of Art zeigt einen der innovativsten Fotografen des 20. Jahrhunderts: Ralph Eugene Meatyard war Autodidakt und widmete sich dem Absurden und Surrealen. Die am 12. Dezember in Atlanta eröffnende Ausstellung The Family Album of Ralph Eugene Meatyard zeigt 36 seltene Fotografien.

12. December 2025
Ralph Eugene Meatyard (American, 1925–1972), Untitled (plate 17), 1962
©Estate of Ralph Eugene Meatyard.
Ralph Eugene Meatyard (American, 1925–1972), Untitled (plate 17), 1962, gelatin silver print, Estate of Ralph Eugene Meatyard.

Der US-Amerikaner Ralph Eugene Meatyard (1925-1972) war eigentlich Optiker und führte sein eigenes Geschäft. Lediglich in seinen Urlauben widmete er sich der Fotografie und erwies sich als einer der originellsten seines Fachs im 20. Jahrhundert. Sein amateurhafter Ansatz erlaubte ihm einen zwanglosen Zugang zum Medium, in dem der als Exzentriker geltende Meatyard seinen Hang zum Absurden und Makabren äußerst kreativ festhielt. Häufig verwendete er Puppen und machte Familienmitglieder zu maskierten Darstellern. Meatyard war zu Lebzeiten nicht ganz unbekannt – obwohl bis zu seinem Tod nur zwei Fotobücher veröffentlicht wurden – doch er arbeitete abseits der Kunstszene. Erst postum stieg sein Bekanntheitsgrad merklich an. Das High Museum of Art in Atlanta zeigt nun 36 seltene Drucke. Diese erschienen in Meatyards erstem Buch im Jahr 1970 und wurden von ihm als seine besten Arbeiten angesehen. Die Ausstellung The Family Album of Ralph Eugene Meatyard läuft vom 12. Dezember 2025 bis zum 10. Mai 2026.

Viele der gezeigten Fotografien stammen aus seiner Serie Romance, in der der Fotograf die traditionelle Familienfotografie durch das Unheimliche und das Gefühl der Sterblichkeit unterläuft. Er selbst bezeichnete diese Arbeiten als »romantisch-surrealistisch«. Sie drückten sein Drang aus, fiktive und realistische Elemente in eine gemeinsame Welt zu führen. In der Ausstellung sind außerdem einige Porträts von Schriftstellern, Dichtern und Künstlern zu sehen, mit denen Meatyard verkehrte. Der Künstler verstarb während der Arbeit am postum erschienen Fotoband The Family Album of Lucybelle Crater an einer Krebserkrankung. Der Titel des Bands über eine Hexe und ihre Familie diente als Inspiration für den Ausstellungstitel.Art.Salon

Ralph Eugene Meatyard (American, 1925–1972), Untitled (Madonna, plate 34), 1964
©Estate of Ralph Eugene Meatyard.
Ralph Eugene Meatyard (American, 1925–1972), Untitled (Madonna, plate 34), 1964, gelatin silver print, Estate of Ralph Eugene Meatyard.

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