Kerstin Brätsch im Kunstmuseum Bonn

Der lebendige Raum: Metamorphose der Malerei

Mit ihren Reflektionen über die Malerei und kunsthistorischen Traditionen entwickelte sich Kerstin Brätsch zu einer gewichtigen Stimme der Gegenwartskunst. Am 11. Dezember eröffnet im Kunstmuseum Bonn ihre Ausstellung MƎTAATEM, in der über 100 Arbeiten gezeigt werden.

10. December 2025
Ausstellungsansicht „Kerstin Brätsch – MƎTAATEM“, MUNCH Oslo 2025
Foto: Uli Holz
Ausstellungsansicht „Kerstin Brätsch – MƎTAATEM“, MUNCH Oslo 2025 (Cardboard structure, 2024; Ohne Titel, MƎTA Serie, 2020–2024, Courtesy die Künstlerin & Gladstone Gallery; Para Psychics, 2020–2022, Courtesy die Künstlerin & Gladstone Gallery)

Wie ein Portal zu einer anderen Welt durchschreiten die Besuchenden eine Art Labyrinth aus Farbe, Licht und Klängen: Kerstin Brätsch verwandelt das Kunstmuseum Bonn in einen lebendigen malerischen Organismus. Die international renommierte Künstlerin untersucht die Grenzen der Malerei und welchen Einflüssen digitaler Technologien sie unterliegt. Malerei nimmt bei Brätsch immer wieder neue Formen und Materialität an, so digitalisiert sie beispielsweise ihren eigenen Pinselstrich und überführt ihn dann in plastische Zementobjekte. Zentral in ihrem Werk ist die bildnerische Darstellung Gefühlen, dem Unbewussten und mentalen Zuständen. Die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Bonn läuft vom 11. Dezember 2025 bis zum 12. April 2026. Hier sind über 100 Arbeiten aus den letzten 15 Jahren, darunter auch einige neueste Werke, zu sehen. Der Titel MƎTAATEM spiegelt die Worte Meta und Atem. Brätsch spielt damit auf eine neue Werkreihe an, in der sie sich mit der Malerei als Ausdruck physikalischer Prozesse auseinandersetzt.

Die aus Hamburg stammende Kerstin Brätsch (*1979) lebt in Berlin und New York und ist bekannt für ihre Reflektion kunstgeschichtlicher Traditionen. Ihre oft großformatigen, abstrakten Gemälde vermengen diverse Materialien. Die Künstlerin stellt die reine Materialität der Malerei, die eine Präsenz von Stabilität und Langlebigkeit ausstrahlt, der Flüchtigkeit digitaler Bilder gegenüber. Durch gezielte Bezüge zu Meisterwerken der Kunstgeschichte bricht sie die männlich dominierte Malerei auf und erweitert sie um moderne Perspektiven. Weiterhin ist Brätsch für ihre Künstlerkollaborationen DAS INSTITUT und KAYA bekannt. Sie gewann zahlreiche Preise, darunter den August-Macke-Preis (2014) und den Edvard-Munch-Preis (2017). Seit 2024 ist Brätsch Professorin für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum MUNCH in Oslo, wo sie von März bis August 2025 gezeigt wurde.Art.Salon

Kerstin Brätsch, Ohne Titel, ATEM Serie, 2024
Foto: Andrea Rossetti
Kerstin Brätsch, Ohne Titel, ATEM Serie, 2024, Kunstmuseum Bonn

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