London: Tate Modern zeigt Ana Mendieta

Eine Pionierin der Performance- und Land Art

Ein einzigartiges Œuvre: Mit über 150 Arbeiten, darunter Filme, Installationen und selten zu sehende Gemälde, präsentiert die Tate Modern die kubanische Künstlerin Ana Mendieta. Die gleichnamige Ausstellung eröffnet am 15. Juli in London.

15. July 2026
Ana Mendieta, Untitled, 1972
Ana Mendieta, Untitled, 1972. © The Estate of Ana Mendieta Collection, LLC. Licensed by Artist Rights Society (ARS), New York / DACS, 2026 / Courtesy Marian Goodman Gallery and Alison Jacques, London

Als 12jährige wurde Ana Mendieta (1948-1985) von ihrer regimekritischen Familie von Kuba in die USA geschickt. Als sie Anfang der 1980er-Jahre zurückkehrte, war sie eine Künstlerin, deren Werk als bahnbrechend gilt: Beeinflusst von ihrer Umsiedelung als Kind erschuf sie ein multidisziplinäres Œuvre, das sich aus vielen Kulturen bedient und in oft vergänglichen Materialien das Verhältnis vom menschlichen Körper mit der Natur untersucht. Es hebt die emotionalen und sinnlichen Eigenschaften von Materialien hervor. Zugleich widmet sich Mendieta immer wieder Problemen der menschlichen Gesellschaft, die auch heute noch vorhanden sind, etwa Gewalt gegen Frauen. Die Tate Modern zeigt in der Schau Ana Mendieta insgesamt über 150 Kunstwerke, darunter zahlreiche restaurierte Filmarbeiten und selten ausgestellte Gemälde und Zeichnungen. Die Ausstellung läuft vom 15. Juli 2026 bis zum 17. Januar 2027 in London.

1983 erhielt Mendieta das Stipendium des Prix de Rome an der American Academy in Italien. Nachdem sie ein Jahrzehnt lang vorwiegend in der Natur gearbeitet hatte, verlagerte sich ihr Schaffen in Rom hin zur studiobasierten Bildhauerei, was es ihr ermöglichte, langlebigere Werke zu schaffen. Die Tate Modern präsentiert mehrere ihrer Bodenarbeiten aus Erde und Bindemittel, darunter Nile Born (1984), sowie ihre mehrteilige Skulptur aus Baumstämmen, La Jungla (Totem Grove) (1985), bei der sie mit Schießpulver dunkle Silhouetten auf die Oberflächen brannte. Ergänzt durch die zarten Zeichnungen der Künstlerin auf Blättern und Gemälde aus der Amategram-Serie, die totemistische Formen auf Rindenpapier darstellen, veranschaulichen diese Werke Mendietas fortwährende Auseinandersetzung mit weiblichen Körperformen. Lange Zeit waren viele von Mendietas Arbeiten kaum öffentlich zugänglich. Erst seit den späten 1990ern und frühen 2000ern findet eine breitere Rezeption ihres Schaffens statt.Art.Salon

Ana Mendieta, Bird Run, 1974
Ana Mendieta, Bird Run, 1974. © The Estate of Ana Mendieta Collection, LLC. Licensed by Artist Rights Society (ARS), New York / DACS, 2026 / Courtesy Marian Goodman Gallery and Alison Jacques, London

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