1. ABSURIA: The International Festival of Abstract and Surrealist Photography in Tours

Elitza Nanova erhält Sonderpreis für abstrakte Fotografie

Kürzlich eröffnete die erste ABSURIA: The International Festival of Abstract and Surrealist Photography in Tours, an der auch Elitza Nanova aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon teilnahm. Für ihre Arbeit Abstract 12 wurde sie auf dem Festival mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. ABSURIA läuft noch bis zum 30. September.

10. June 2026
Der »Jacques Duthoo Preis« der Duthoo Group
Von Elitza Nanova zur Verfügung gestellt.
Der »Jacques Duthoo Preis« der Duthoo Group

An mehreren Orten in der Altstadt von Tours werden zurzeit herausragende abstrakte und surrealistische Fotografien präsentiert: In der bekannten französischen Stadt findet noch bis zum 30. September die erste ABSURIA: The International Festival of Abstract and Surrealist Photography in Tours statt. Das Festival richtet sich an Amateur- und Profifotografen aus aller Welt, deren Werken hier eine große Bühne geboten wird. Zu Beginn des Festivals wurden am 02. Juni mehrere Preise verliehen.

Zu den teilnehmenden Kunstschaffenden gehört auch Elitza Nanova aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon. Für ihre Arbeit Abstract 12 wurde sie mit einem der Sonderpreise des Festivals, dem Jacques Duthoo Preis, ausgezeichnet, der nach dem aus Tours stammenden abstrakten Maler Jacques Duthoo (1910-1960) benannt wurde. Neben der Trophäe erhielt die Künstlerin ein Originalwerk des Malers und ihr wird in Tours eine Ausstellung gewidmet.

Im Rahmen der Nominierung führte Robin Duthoo, ein Großneffe Jacques Duthoos, ein Interview per Videokonferenz mit Elitza Nanova:

Elitza, französische Fotografie-Fans würden dich gerne besser kennenlernen. Könntest du dich kurz vorstellen?

Zuerst vielen Dank! Es ist mir eine große Ehre, diese Auszeichnung zu erhalten. Ich fühle mich dem künstlerischen Schaffen von Jacques Duthoo tief verbunden.

Ich bin in Bulgarien geboren, lebe aber seit über 40 Jahren in Berlin. Dort habe ich Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften studiert, danach begann ich meine Arbeit als Grafikdesignerin. Die Fotografie begleitet mich seit meiner Jugend. Vor einigen Jahren begann ich, mich intensiver mit künstlerischer Fotografie zu beschäftigen. Ich arbeite vor allem in drei Bereichen: Tanz- und Bewegungsfotografie, abstrakte Fotografie/Strukturen und digitale Fotocollagen.

Welche Rolle spielt die Abstraktion in deinem Gesamtwerk?

Abstraktion spielt in meiner Fotografie eine große Rolle. Mit einem dokumentarischen Medium wie der Fotografie versuche ich, Fiktionen zu schaffen, das Alltägliche in künstlerische Welten zu übertragen und das Bekannte in das Unbekannte zu verwandeln.

In meinen abstrakten Arbeiten suche ich nach Dingen, Medien und Phänomenen, die die Realität verzerren und stilisieren – wie Wasser, Nebel, Glas, Reflexionen oder das Wechselspiel von Licht und Schatten.

In meiner Tanzfotografie arbeite ich mit fotografischen Techniken, die Abstraktion erzeugen, wie Langzeitbelichtungen und Mehrfachbelichtungen, um malerische Bilder zu schaffen, die die Bewegung und ihre Komplexität bewahren.

Und in den digitalen Collagen, die ich in Photoshop erstelle, verbinde ich beide Themen – Strukturen und Tanz – zu surrealen Welten. Sie verbinden sich nach einer eigenen Logik.

Was ist deine Meinung zur KI?

KI erleichtert viele Dinge im Alltag und bei der Arbeit, aber für die Kunst scheint sie ungeeignet zu sein. KI-generierte Bilder sind für die menschliche Wahrnehmung entweder zu perfekt oder zu unvollkommen. Viel wichtiger ist jedoch, dass es ihnen an Emotionen mangelt. Ein traditionelles Kunstwerk trägt die Persönlichkeit des Künstlers in verschlüsselter Form in sich, und der Betrachter spürt genau das. Es ist wie ein Funke, der überspringt. Das habe ich schon oft erlebt, und genau das vermisse ich in der KI-Kunst. Und: um neue Welten zu erschaffen, braucht man nur Wasser.

Welche Trends beobachtest du in der Entwicklung des Fotomarktes und insbesondere im Markt für abstrakte Fotografie?

Leider bin ich mit diesem Bereich nicht sehr vertraut, da der Kunst- und Fotomarkt durch das Zusammenspiel von sozialen Medien, Online-Marketing, NFTs und KI sehr unübersichtlich geworden ist.

Für mich persönlich ist es nicht einfach, geeignete Galerien für physische Ausstellungen zu finden, da meine Arbeiten sich zwischen Malerei und Fotografie bewegen: Die klassischen Fotogalerien meinen: »Das ist keine Fotografie, sondern eher Malerei«, während die konventionellen Galerien sagen: »Das ist keine Malerei, sondern Fotografie.« Deshalb habe ich meine letzte Ausstellung in Plovdiv Malerische Fotografie genannt.

Ich freue mich sehr, Teil von ABSURIA zu sein, da der thematische Schwerpunkt des Festivals perfekt zu meiner Kunst passt. Eine solche Ausstellung und das begleitende Diskussionsforum sind aus meiner Sicht wichtige Impulse für die Weiterentwicklung abstrakter und surrealer Fotografie.

Elitza Nanova, Abstract 12, 2025
Von der Künstlerin zur Verfügung gestellt.
Elitza Nanova, Abstract 12, 2025, Fotografie, Druck auf Aluminium, 75 x 50 cm

Welche Bedeutung hat das preisgekrönte Foto Abstract 12 in Ihrem Gesamtwerk?

Abstract 12 gehört zu einer größeren Serie namens Wasserabstraktionen, die 2025 entstand und Reflexionen auf der Spree in Berlin einfängt. Es handelt sich eigentlich um einen Metallsteg, aber das Wasser verwandelt ihn in ein wunderschönes Muster.

In dieser Serie habe ich durch Vergrößerung und die Konzentration auf einzelne Details die Objekte aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst. Häuser, Brücken, Boote, Kräne, Plakate und Verkehrsschilder werden in Strukturen, Linien, Formen und Farben verwandelt. Sie eröffnen neue Räume für Assoziationen und Erfahrungen, während sie gleichzeitig den Puls und den versteckten Charme dieser Metropole bewahren.

Was sind deine weiteren künstlerischen Projekte?

Eine große Ausstellung in Plovdiv mit mehr als 30 Bildern ist gerade zu Ende gegangen. Deshalb konnte ich nicht persönlich zur Nominierung kommen.

Diesen Herbst habe ich eine Ausstellung in Berlin zusammen mit meiner Künstlerkollegin Corinna Rosteck, mit der ich die Themen Wasser, Bewegung und Weiblichkeit teile.

Nach meiner intensiven Auseinandersetzung mit Wasser befinde ich mich in einer kreativen Krise. Es fühlt sich an, als hätte ich eine große Liebe verloren. Jetzt beschäftige ich mich mit Glas und zerbrochenen Spiegeln, die geometrische und scharfe Formen erzeugen. Vielleicht ein spannender Kontrast zu den weichen und organischen Formen des Wassers und ein Thema für eine neue Ausstellung?

Übersetzt aus dem Englischen.Art.Salon

Arbeit von Jacques Duthoo, im Rahmen der Auszeichnung an Elitza Nanova überreicht.
Von Elitza Nanova zur Verfügung gestellt.
Arbeit von Jacques Duthoo, im Rahmen der Auszeichnung an Elitza Nanova überreicht.

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