Dänischer Künstler präsentiert »Take the Money and Run«

Jens Haaning schnappt sich über 70.000 Euro und liefert leere Bilderrahmen

Rund 74.000 Euro überwies das dänische Kunsten Museum of Modern Art in Aalborg dem Künstler Jens Haaning, damit er die Geldscheine in ein Kunstwerk integriere. Dieser hatte jedoch andere Pläne, behielt das Geld und präsentierte zwei leere Bilderrahmen mit dem Titel »Take the Money and Run«.

06. October 2021
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Photo von Marian Kroell auf Unsplash
Bild eines leeren Bilderrahmens

Ist das jetzt noch Kunst oder ist es Diebstahl? Diese Frage stellen sich viele in der Kunstwelt – Jens Haaning aktuell jedoch nicht. Der dänische Künstler wurde vom Kunsten Museum of Modern Art in Aalborg engagiert, um ein Kunstwerk zu schaffen, das sich mit dem durchschnittlichen Jahreseinkommen in Dänemark und Österreich auseinandersetzt. Um Geldscheine in die Arbeit integrieren zu können, überwies ihm das Museum 550.000 Dänische Kronen (entspricht knapp 74.000 Euro). Haanings Werk sollte im Rahmen einer Ausstellung gezeigt werden, die sich mit dem Verhältnis zu Arbeit, Arbeitsbedingungen und Geld befasst. Das Ergebnis ließ den Museumsdirektor Lasse Andersson jedoch stutzen: Kurz vor Ausstellungseröffnung erhielt er von Haaning zwei leere Bilderrahmen mit dem vielsagenden Titel »Take the Money and Run«. Kurz darauf erklärte der Künstler im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Dänemarks, sein Werk sei ein Protest gegen die schlechte Entlohnung des Museums. Nur umgerechnet 3.360 Euro habe man ihm gezahlt – ein Betrag, der nicht einmal seinen Lebensunterhalt decke. Dies und das Thema der Ausstellung habe ihn dazu inspiriert, ein Werk über seine eigene Arbeitssituation anzufertigen.

Das Kunsten Museum hat die leeren Bilderrahmen dennoch ausgestellt, Museumsdirektor Andersson findet das Werk vielschichtig und versteht es als »Kommentar dazu, wie wir alle arbeiten, einen Kommentar zum Wert dessen, was er schafft«. Dennoch gehöre das Geld nicht dem Künstler, weshalb Andersson es nach Ende der Ausstellung am 14.01.2022 wieder im Besitz des Museums wissen möchte. Auch der im Vorfeld abgeschlossene Vertrag sieht vor, dass Haaning die Scheine an dem Tag zurückgibt. Doch der kündigte im Rundfunk an, das Geld einbehalten zu wollen, da es sich nicht um Diebstahl, sondern lediglich um einen Vertragsbruch handeln würde und dieser wiederum sei Teil seines Kunstwerkes.Art.Salon

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