Kunsthaus Zürich zeigt Vilhelm Hammershøi

»Maler des stillen Klangs«

Erstmals ist in der Schweiz eine umfassende Museumsschau zu Vilhelm Hammershøi zu sehen: Der dänische Maler erschuf eindringliche Bilder, zumeist stille Interieurs und Stadtansichten. Die Ausstellung Vilhelm Hammershøi – Maler des stillen Klangs eröffnet am 03. Juli im Kunsthaus Zürich.

03. July 2026
Vilhelm Hammershøi, Drei Schiffe, Christianshavn Kanal, 1905
Foto: Pernille Klemp
Vilhelm Hammershøi, Drei Schiffe, Christianshavn Kanal, 1905, Öl auf Leinwand, 49,5 x 72,5 cm, The David Collection, B 310

»Für mich sind Räume schon immer so schön gewesen ... selbst wenn keine Menschen darin waren oder vielleicht gerade deshalb«, sagte der Maler Vilhelm Hammershøi (1864-1916) einst über seine oft leeren und kühl wirkenden Interieurs, die dem vielschichtigen Symbolismus zugeordnet werden. Seine Raumansichten wirken, als seien sie von der Zeit losgelöst – und auch vom Menschen, der alles in den Räumlichkeiten erst erschuf. Das Erzählerische tritt in Hammershøis Bildern in den Hintergrund, zugunsten einer konzentrierten und sensiblen Betrachtung von Raum, Licht und Stimmung. Die Wahrnehmung selbst wird zum Thema. Die Ausstellung Vilhelm Hammershøi – Maler des stillen Klangs des Kunsthauses Zürich ist die erste große Museumsschau des Malers in der Schweiz. Sie untersucht die bisher vernachlässigte Bedeutung der Musik im Werk Hammershøis, der in vielen Gemälden Instrumente abbildete und sie zudem als »Arrangements« oder »Symphonien« beschrieb. Die Ausstellung läuft vom 03. Juli bis zum 25. Oktober.

Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich widmet sich nicht nur Hammershøis berühmten Interieurs, sondern auch weniger bekannte Sujets wie Porträts, Stadtansichten und Landschaften. Darüber hinaus verortet die Präsentation Hammershøis Werk in einem erweiterten kunsthistorischen Zusammenhang mit einzelnen Arbeiten etwa von Jacobus Vrel, Adolph Menzel und Michaël Borremans.

Vilhelm Hammershøi, als »Vermeer des Nordens« bezeichnet, gehört in Dänemark zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit und gilt dort als Nationalikone. Mit seiner reduzierten Farbpalette und seinem Fokus auf eine enge Motivwahl kreierte er ein einzigartiges Œuvre, dessen Sogwirkung sich bei längerer und ruhiger Betrachtung entfaltet. Hammershøi lebte zurückgezogen vor allem in Kopenhagen, unterhielt aber einen regen Schriftverkehr mit diversen Persönlichkeiten, unter anderem dem von ihm verehrten Maler James McNeill Whistler (1834-1903). Zu Lebzeiten war Hammershøi einer der berühmtesten Maler in Europa, nach seinem Tod geriet er außerhalb Dänemarks schnell in Vergessenheit. Erst seit den späten 1990er-Jahren erfährt er in zahlreichen Retrospektiven von New York über Paris bis Tokio wieder eine breite Rezeption. Die erste große Ausstellung des Künstlers in Deutschland gab es 2003 in der Hamburger Kunsthalle.

Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid.Art.Salon

Vilhelm Hammershøi, Interieur mit Frau am Klavier, Strandgade 30, 1901
Foto: Bruno Lopes
Vilhelm Hammershøi, Interieur mit Frau am Klavier, Strandgade 30, 1901, Öl auf Leinwand, 55,9 x 45,1 cm, Privatsammlung

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