Die Ausstellungsreihe »Gegenwärtig. Zeitgenössische Künstler:innen begegnen Felix Nussbaum« des Museumsquartiers Osnabrück geht mit der libanesischen Künstlerin Mounira Al Solh in die vierte Runde: In ihren Zeichnungen, Installationen und Videos befasst sich Al Solh mit Hoffnungen und Schmerz, die durch Migration, Exil und kultureller Heterogenität hervorgerufen werden. Sie formuliert ihre innere Welt, ähnlich wie Nussbaum, vor allem in Selbstporträts aus. Erlebnisse der Verfolgung der 1930er und 40er-Jahre werden am Beispiel Nussbaums mit gegenwärtigen Erfahrungen Al Solhs gegenüber gestellt. Die Ausstellung eröffnet am 11. Dezember im Felix-Nussbaum-Haus des Museumsquartiers.
Felix Nussbaum (1904-1944), in Osnabrück aufgewachsen, studierte Malerei und nahm 1932 ein Stipendium in der Villa Massimo in Rom wahr. Ein Jahr später konnte er als Jude nicht in das nationalsozialistisch regierte Deutschland zurückkehren und lebte vor allem in Brüssel. Zunehmende Ausweglosigkeit und Einsamkeit bestimmen Nussbaums Leben und seine Malerei. Mit seinem symbolisch aufgeladenen, naiv-neusachlichen Stil erforschte er seine innere Wirklichkeit. Bis zu seinem gewaltvollen Tod malte er beharrlich als Akt der Befreiung aus der Angst um sein Leben.
Die Arbeiten der documenta-14-Teilnehmerin Al Solh können fast ein Jahr lang bis zum 13. November 2022 angesehen werden. Am Eröffnungsabend, dem 11. Dezember, ist der Eintritt frei.