Sie bieten Versorgung, doch sind sie wirklich ein Segen? Kraftwerkschiffe sind vor den Küsten einiger großer westafrikanischer Städte zu finden. Sie stehen für schnelle Energieversorgung, doch hohe Betriebskosten gehen mit hohen Stromkosten einher. Die schwimmenden Kraftwerke können kurzfristig nützlich sein, allerdings zeichnet sich ab, dass durch ihre Verwendung auf eine parallel aufzubauende nachhaltige Energieinfrastruktur verzichtet wird. Die britisch-nigerianische Künstlerin setzt sich nun mit einer ungewöhnlichen Werkreihe mit diesem Phänomen auseinander: layt de kam vereint Film und Textilkunst zu einer Untersuchung, die das gespaltene Verhältnis zu den Kraftwerkschiffen und temporären Energieinfrastrukturen im Allgemeinen abbildet. Diese durch Privatisierung und Deregulierung geprägten Systeme verstärken oft globale Abhängigkeiten, anstatt die Selbstversorgung zu fördern. Herzstück ihrer neuen Arbeit ist der Film GLOW, eine spekulative Kindergeschichte über einen fremden Besucher, der Licht mit sich bringt. Die Ausstellung Ibiye Camp: Layt de kam ist in der Bonington Gallery, die sich an der School of Art & Design der Nottingham Trent University befindet, zu sehen. Sie läuft vom 17. Januar bis zum 07. März.
Am Mittwoch, den 21. Januar, wird Ibiye Camp ab 18 Uhr für einen Artist Talk vor Ort sein.
Die in London lebende Camp ist studierte Architektin und befasst sich in ihrer multidisziplinären künstlerischen Arbeit mit Postkolonialität, Technologie und der gebauten Umwelt. Dabei nutzt sie häufig architektonische Werkzeuge, um Klang, Video, Textilien, Augmented Reality und 3D-Objekte zu schaffen, wobei der Schwerpunkt auf der afrikanischen Diaspora liegt. Mit ihrer Abschlussarbeit Data: the New Black Gold (2019) zog sie internationale Aufmerksamkeit auf sich und war unter anderem für den RIBA President's Medals Students Award nominiert.