Als der Brasilianer Chagas Freitas 1984 in der DDR eintraf, wo er als Kulturattaché der brasilianischen Botschaft arbeitete, war er sofort fasziniert von dem kleinen Land. Freitas, der im Urwald in Brasilien aufwuchs, wurde schnell zu einem der wichtigsten Kunstsammler in der DDR und war zudem bekannt für seine Partys. Fast 1.200 Werke gehören zu seiner Sammlung, von denen er bis heute keines verkauft hat, obwohl Schätzungen bis in die Millionen gehen. Die Liebe zur Kunst hat für den 66-Jährigen Vorrang.
Freitas sammelte auch Arbeiten von staatskritischen Kunstschaffenden, auch wenn das nicht sein Hauptanliegen war. Ihm ging es um Malerinnen und Maler, die ihren ganz eigenen Stil verfolgten und vom Kunstbetrieb der DDR schlicht keine Beachtung fanden und nicht etwa verboten wurden. 1991 kehrte Freitas nach Brasilien zurück, wodurch sich die größte Kunstsammlung von DDR-Kunst heute in der Hauptstadt Brasilia befindet.
Die Ausstellung Rausch der Bilder. Die Sammlung Chagas Freitas – Kunst aus der DDR und ihre Reise nach Brasilien zeigt sowohl Kunst aus der DDR als auch zeitgenössische Werke aus Brasilien, die Freitas in den letzten 30 Jahren sammelte. Im Dieselkraftwerk Cottbus, einem von zwei Standorten des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), sind vom 18. Dezember 2021 bis 27. Februar 2022 Werke von A. R. Penck, Gerda Lepke, Max Uhlig, José Spaniol, Carlito Carvalhosa und Eneas Valle (u. a.) zu sehen.