Kunsthalle Bremen: zwei Ausstellungen zu Friedrich Nerly

Römische Antike und venezianisches Mondlicht

Der deutsche Maler Friedrich Nerly verbrachte fast sein ganzes Leben in Italien, genauer in Rom und vor allem Venedig. Die Kunsthalle Bremen widmet dem Maler nun zwei parallele Ausstellungen: Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom und Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen eröffnen beide am 14. März.

14. March 2026
Friedrich Nerly, Campagnalandschaft mit Aqua Claudia, 1836
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Friedrich Nerly, Campagnalandschaft mit Aqua Claudia, 1836, Öl auf Leinwand, 124 x 148,5 cm

Bereits als junger Mann reiste der Maler Friedrich Nerly (1807-1878) nach Italien – wie es viele Maler der Romantik taten. Ab 1828 lebte Nerly in Rom und reiste bis nach Neapel und Sizilien, um zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen der Natur, der antiken Ruinen und ihres Zusammenspiels in der drückenden Hitze des Südens anzufertigen. Diese dienten ihm als Grundlage für seine Gemälde, von denen eines besonders in der Ausstellung der Kunsthalle Bremen hervorsticht: Das Ölgemälde Campagnalandschaft mit Aqua Claudia (1836, siehe oben) ist erstmals seit fast 200 Jahren wieder öffentlich zu sehen. Es befindet sich seit 1954 im Besitz der Kunsthalle, war jedoch aufgrund des schlechten Zustands nicht ausstellbar. Nach einer circa einjährigen Restauration steht es im Mittelpunkt der Schau Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom. Das Motiv von Nerlys Gemälde war in den 1830ern neu und spektakulär und inspirierte Maler wie Giovanni Battista PiranesiJohann Wilhelm Schirmer und Carl Spitzweg zu ähnlichen Werken. Die Ausstellung läuft vom 14. März bis zum 05. Juli in Bremen.

Eine weitere erfolgreiche Bilderfindung gelang Nerly in Venedig, wo er von 1835 bis zu seinem Tod lebte: Venedig bei Mondschein war ein äußerst begehrtes Motiv in einer der weltweit ersten Touristenstädte. Nerlys Atelier im zentral gelegenen Palazzo Pisani entwickelte sich zum Ziel vieler Reisender, er galt als erfolgreichster ausländischer Maler der Stadt. Venedig bot ihm mit seiner Architektur, den Gondeln und Segelschiffen unerschöpfliche Inspiration. In der Ausstellung Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen der Kunsthalle Bremen bieten 50 Zeichnungen Nerlys die Gelegenheit, seine Arbeitsweise kennenzulernen. Daneben werden in der Schau, die im Kupferstichkabinett zu sehen ist, zwei ikonische Gemälde gezeigt: Die Markussäule in Venedig bei Mondschein (um 1837) und Canale Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute (1838/39). Diese Ausstellung ist ebenfalls vom 14. März bis zum 05. Juli zu sehen.Art.Salon

Friedrich Nerly, Villa in italienischer Landschaft, mit Blick auf Meeresbucht (Mola di Gaeta), 1835
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
Friedrich Nerly, Villa in italienischer Landschaft, mit Blick auf Meeresbucht (Mola di Gaeta), 1835, Öl auf Leinwand, 63 x 75 cm

Dive deeper into the art world

Hilden: Ausstellung mit Gabriele Weide

In der Ausstellung Zwischentöne & Statements präsentiert das Haus Hildener Künstler Kunstwerke von drei Künstlerinnen über zentrale Themen unserer Zeit. Gabriele Weide aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon zeigt Arbeiten über die Gefährdung des Lebensraumes Ozean. Die Vernissage findet am 20. Juni um 15 Uhr in Hilden nahe Düsseldorf statt.

17. June 2026
Gabriele Ludewig

Auf den ersten Blick wirken Gabriele Ludewigs „Balloons“ wie bunte, schwebende Luftballons. Doch hinter der poppigen Comic-Ästhetik verbergen sich massive Skulpturen voller Dynamik. Ein Blick auf Kunstwerke, die pure Lebensfreude versprühen.

von Felix Brosius, 16. June 2026