Singarum J. Moodley und Neo I. Matloga in Herford

Südafrikanische Kunst über Freiheit und Selbstbestimmung

Mit der Ausstellung Ersehnte Nähe - Singarum J. Moodley und Neo I. Matloga widmet sich das Marta Herford Museum für Kunst, Architektur und Design ab dem 24. Oktober 2021 zwei südafrikanischen Künstlern. Aus dem Blick verschiedener Generationen erzählen Singarum J. Moodley und Neo I. Matloga in ihren Werken auf eine vielschichtige Weise über Freiheit und Selbstbestimmung.

24. October 2021
Three men dancing in a line - Inkjet printing on paper
Courtesy The Walther Collection
Singarum J. Moodley, [Three men dancing in a line], 1975, Inkjet-Druck auf Papier, 20 x 20 cm

In der Lippold Galerie des Marta Herford Museums für Kunst, Architektur und Design eröffnet am 24. Oktober 2021 die Ausstellung Ersehnte Nähe - Singarum J. Moodley und Neo I. Matloga, die Werke der südafrikanischen Künstler Singarum J. Moodley und Neo I. Matloga präsentiert. Unter dem Apartheidsregime aufgewachsen, zeigen die Fotografien Moodleys aus den 1970ern und 1980ern jedoch keine politischen Bilder des Widerstandes. Vielmehr zeigen seine Studioporträts eine interkulturelle Gesellschaft und offenbaren Sehnsucht, Stolz, Verspieltheit und Trotz – Gefühle, die auch in den collagierten Malereien Matlogas wiederzuerkennen sind. Anders als Moodley wuchs Matloga nach dem Ende der Apartheid auf, doch beide sind sich über die rassistischen, spaltenden und forcierten Strukturen bewusst, die die Kolonialzeit in ihr Land gebracht hat, und thematisieren diese in ihren Arbeiten subtil und dennoch wirkungsreich. Bis zum 13. Februar 2022 können sich Besucherinnen und Besucher die eindrucksvolle Erzählung über Freiheit und Selbstbestimmung ansehen.

Singarum Jeevaruthnam Moodley (1922-1987) wurde in der südafrikanischen Provinz KwaZulu Natal geboren und eröffnete 1957 ein Fotostudio, welches u. a. als Rückzugsort für die Anti-Apartheid-Bewegung galt. Seine Fotografien zeigen traditionelle ebenso wie westliche Popkultur und gewähren einen tiefen Einblick in das Privatleben des nicht-weißen Südafrikas während der Apartheid. Zudem erweitern Moodleys Aufnahmen die Geschichte der traditionellen Studioporträts in Afrika. Der 1993 im südafrikanischen Mamaila geborene Neo Image Matloga fertigt collagierte Malereien, für die er Tusche, Kohle sowie Fotos von Freundinnen und Freunden, Familienmitgliedern und berühmten südafrikanischen Persönlichkeiten verwendet. Er bildet vornehmlich Hybride ab, deren Gesichter durch übergroße Augen, Ohren und Münder, sich abrupt ändernde Hauttöne und Frisuren auffallen. Konventionelle Konzepte von Identität und Geschlecht durchbrechend, thematisiert er den Alltag in Schwarzen Haushalten Südafrikas und setzt sich mit sozialen wie politischen Themen der Vergangenheit und der Gegenwart auseinander.Art.Salon

Collage, charcoal and ink on canvas
© Neo Matloga, Courtesy of Stevenson Amsterdam, Foto: Jonathan de Waart
Neo I. Matloga, Sontaga, 2021, Collage, Kohle und Tusche auf Leinwand, 300 x 600 cm

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