Bath, England: American Museum in Britain

»The Quilts of Gee's Bend«

Das American Museum in Britain präsentiert eine besondere Ausstellung: In Kith & Kin: the Quilts of Gee’s Bend wird die 200-jährige Tradition der Quilt-Herstellung einer abgelegenen Gemeinde in Alabama näher beleuchtet. Die kunstvollen Quilts sind auch politisch von hoher Bedeutung. Am 14. Februar eröffnet die Schau im englischen Bath.

14. February 2026
Mary Lee Bendolph, Grandpa Strips, 2010
Photo: Stephen Pitkin / Pitkin Studio Courtesy Souls Grown Deep © Mary Lee Bendolph / Artists Rights Society (ARS), New York and DACS, London
Mary Lee Bendolph, Grandpa Strips, 2010, 238.76 x 233.68 cm, Cotton, denim, polyester, satin, synthetic

Boykin, auch als Gee’s Bend bekannt, ist ein abgelegenes Dorf im US-Bundesstaat Alabama. Dieser isolierte Ort ist das Zentrum der Gee’s Bend Quilts, die international bekannt wurden und in ihrer Gestaltung mit allem von Henri Matisse bis zum Minimalismus verglichen wurden. Die Künstlerinnen stammen von Sklaven ab, ihre Tradition der Quilt-Herstellung begann in Not und Armut: Sie verwendeten Stoffreste alter Arbeitskleidung und Mehlsäcke für ihre Steppdecken, um sich nachts während der Winter in den unbeheizten Hütten wärmen zu können. Auch wenn die Künstlerinnen heute auf eine größere Stoffauswahl zurückgreifen können, ist das Recyclen alter Stoffe weiterhin zentraler Bestandteil ihres Schaffens. Das Handwerk wurde über die Generationen weitergegeben. Die Quilts werden besonders wegen ihrer ungewöhnlichen Farbwahl und ihrer abstrakten Designs geschätzt. Seit sie im Jahr 2002 durch eine Schau des Museum of Fine Arts in Houston größere Aufmerksamkeit erhielten, waren sie weltweit in Ausstellungen zu sehen und gehören zu über 40 Museumssammlungen auf drei Kontinenten. Politisch und historisch spiegeln sie Widerstandsfähigkeit und Selbstständigkeit wider, da sie aus der Not heraus in einer wirtschaftlich benachteiligten, rassistisch segregierten Region entstanden sind. Die Bürgerrechtsbewegung lenkte die Aufmerksamkeit auf diese Künstlerinnen, die zu Symbolen für die Emanzipation der Schwarzen und für kulturellen Stolz wurden. In Zusammenarbeit mit dem Irish Museum of Modern Art in Dublin und der amerikanischen Non-Profit-Organisation Souls Grown Deep präsentiert das in Bath gelegene American Museum in Britain die Quilts im Vereinigten Königreich: Kith & Kin: the Quilts of Gee’s Bend läuft vom 14. Februar bis zum 21. Juni.

Die Quilts sind sowohl eine Hommage an das afroamerikanische Erbe als auch ein Zeugnis der Stärke und Kreativität von Frauen angesichts systemischer Unterdrückung. Die Ausstellung will ihren Beitrag zur Kunst würdigen und ihr Vermächtnis für künftige Generationen sichern. Besonders im Fokus der Schau stehen die Künstlerinnen Mary Lee Bendolph (*1935), Essie Bendolph Pettway (*1956), Rita Mae Pettway (*1941), Louisiana P. Bendolph (*1960), Qunnie Pettway (1943–2010), Loretta Pettway Bennett (*1960) und Sally Mae Pettway Mixon (*1965). Bis heute tragen viele Bewohner von Gee’s Bend den Nachnamen Pettway nach Mark Harwell Pettway, der bis zum Ende des Bürgerkriegs eine Baumwollplantage in der Region betrieb. Sklaven waren damals gezwungen, den Nachnamen ihres Besitzers anzunehmen.Art.Salon

Leola Pettway and Qunnie Pettway working at the Freedom Quilting Bee, 1972
Copyright Mary McCarthy Courtesy Souls Grown Deep
Leola Pettway and Qunnie Pettway working at the Freedom Quilting Bee, 1972
Loretta Pettway Bennett, 2021 Gee\'s Bend, Alabama
Photo: Stephen Pitkin / Pitkin Studio Courtesy Souls Grown Deep
Loretta Pettway Bennett, 2021 Gee's Bend, Alabama

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