Köln, Museum Ludwig: HIER UND JETZT – zusammen dafür und dagegen

Zeitgenössische japanische Kunst im Fokus – von der Avantgarde in die Gegenwart

Als Teil der Reihe HIER UND JETZT präsentiert das Museum Ludwig in Köln nun zusammen dafür und dagegen – eine Ausstellung, die sich auf zeitgenössische japanische Kunst fokussiert. Im Zentrum stehen dabei Leihgaben des M+ in Tokio, die die historisch gewachsene japanische Avantgarde fotografisch dokumentieren. Kontrastiert werden sie mit teils humoristischen und teils ernsten aktuellen Positionen.

13. November 2021
Chim↑Pom LOVE IS OVER, 2014 Foto: Kishin Shinoyama, courtesy of the artists, ANOMALY and MUJIN-TO Production
Foto: Kishin Shinoyama, courtesy of the artists, ANOMALY and MUJIN-TO Production © Chim↑Pom
Chim↑Pom LOVE IS OVER, 2014

Als Teil der Ausstellungsprojektreihe HIER UND JETZT zeigt das Museum Ludwig in Köln ab dem 13. November 2021 unter dem Titel zusammen dafür und dagegen zeitgenössische japanisch Kunst und setzt sie in einen historisch gewachsenen Kontext. Ausgangspunkt bildet die japanische Avantgarde der 1960er Jahre, die sich in der Nachkriegszeit und der Ära der Demokratisierung formierte, welche sich wiederum unter dem finanziellen wie politischen Einfluss der USA vollzog. Zu dieser Zeit erlebte Japan ein enormes, ökonomisches Wachstum, gravierende soziale Veränderungen und eine kulturelle Neuverortung. Die Stationierung der US-amerikanischen Militärs, die in den Sicherheitsverträgen von 1960 und 1970 festgelegt worden war, provozierte Proteste von Studierenden und Gewerkschaften, auf die Polizeigewalt folgte – aber eben auch allerhand künstlerische Reaktionen. So veranstalteten Kollektive wie Neo Dada aufsehenerregende Aktionen in Städten wie Tokio, Nagoya und Kyoto, die sich ins Gedächtnis der Kunstgeschichte einbrannten.

Schlüsselereignisse des florierenden und sich neu formierenden Nachkriegsjapans bilden etwa die Olympischen Spiele in Tokio 1964 und die Expo in Osaka 1970. Um diesen Zeitgeist zu illustrieren und zu transportieren, inszeniert zusammen dafür und dagegen historische Fotografien der zahlreichen künstlerischen Ereignisse im Zentrum der Ausstellung –  allesamt stellen Leihgaben des M+ in Tokio, der Partnereinrichtung des Museum Ludwig, dar. Weiterhin stellt die Ausstellung die Dokumentation dieser Geschehnisse aktuelleren Positionen gegenüber: So lässt sie das 2005 gegründete Kollektiv Chim↑Pom auf humorvolle Weise mit teils ortsgebundenen und manchmal spontanen Aktionen intervenieren, während der Künstler Koki Tanaka (*1975) mit seinen minutiös geplanten Video- und Fotoinstallationen einen etwas ernsteren Blick auf jüngere, politische Ereignisse einbringt. Dazu gehört etwa die Nuklearkatastrophe von Fukushima sowie das Verhalten von Gemeinschaften in Ausnahmesituationen. Besucht werden kann die unkonventionelle Ausstellung bis zum 13. Februar 2022.Art.Salon

Wanderausstellung des Sightseeing Art Research Institute am Yaesu Eingang des Tokyo Hbf, 1964
M+, Hong Kong. [2015.623] © Minoru Hirata
Minoru Hirata Wanderausstellung des Sightseeing Art Research Institute (Nakamura Hiroshi and Tateishi Kōichi) am Yaesu Eingang des Tokyo Hbf, 1964

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