Ende Dezember ist die Zeit der Jahresrückblicke. Das Jahr 2021 brachte viele Schattenseiten mit sich, so etwa die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan. Die Sendereihe Twist des deutsch-französischen Senders ARTE befasst sich in Afghanistans Künstlerinnen und Künstler - Vergesst uns nicht! explizit mit der Situation von Kunst- und Kulturschaffenden im Land und ruft so ins Gedächtnis, was nicht vergessen werden darf.
Twist spricht in dem Beitrag mit afghanischen Künstlerinnen und Künstlern, die angesichts der Bedrohung durch die Taliban das Land verlassen haben oder dort festsitzen. Dem Regime knapp entkommen oder teils noch immer vom Tode bedroht, erzählen sie ihre Geschichten.
Die Fotografin Fatimah Hossaini, der Ende August die Flucht gelang, berichtet von ihrem Leben als Dozentin an der Universität Kabul, der Gründung der Kunstorganisation Mastooraat Art Organization und ihrer Tätigkeit als Kuratorin von Ausstellungen in ganz Afghanistan. Etwa zum gleichen Zeitpunkt konnte sich die Regisseurin Shahrbanoo Sadat gemeinsam mit einigen Familienangehörigen an Bord eines der überfüllten Evakuierungsflugzeuge retten. Ein Teil ihrer Familie blieb im Land zurück. Twist beleuchtet mitunter Sadats Film Kabul Kinderheim, der aktuell auch in deutschen Kinos läuft.
Yousef Bhooda, Sänger der ersten Metalband Afghanistans, District Unknown, lebt seit seiner Flucht 2014 in New Castle und ist dort Teil der Band Afreet. Den Erlös aus den Einnahmen ihres aktuellen Songs My land is breaking spenden Afreet der Organisation Sound Central – sie will dabei helfen, afghanische Musiker und Musikerinnen zu evakuieren.
Außerdem kommt die Künstlerin und Aktivistin Sara Nabil zu Wort, die als Teil der Kabuler Kunstszene galt. Die TWIST-Rubrik Psychogramm auf Instagram übernimmt die im Exil lebende Popsängerin Sadiqa Madadgar. Ihre Intention ist es, den Menschen in Afghanistan Hoffnung zu geben.