Schwarz-Weiß-Fotografien im Stile der Neuen Sachlichkeit

Alfred Ehrhardt Stiftung zeigt Einzelschau von Werken Fred Kochs

Sein früher Tod und anonyme Veröffentlichungen zu Lebzeiten ließen die neusachlichen Schwarz-Weiß-Fotografien von Fred Koch lange in Vergessenheit geraten. Nun macht die Alfred Ehrhardt Stiftung in der umfangreichen Einzelausstellung Fred Koch. Naturfotografie der 1920/30er vom 15. Januar bis zum 24. April 2022 viele dieser Werke wieder sichtbar.

16. January 2022
Fred Koch (1904-1947) Distel-Samen
Courtesy Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg
Fred Koch (1904-1947) Distel-Samen. Compositae - Cirsium lanceolatum, undatiert Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 22,1 x 16,8 cm

Mit Fred Koch. Naturfotografie der 1920/30er Jahre zeigt die Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin vom 15. Januar bis zum 24. April 2022 eine umfangreiche Einzelausstellung mit rund 100 Werken des Fotografen Fred Koch (1904-1947) aus den 1920er bis 1930er Jahren. Seine neusachlichen Fotografien sind in schwarz-weiß gehalten und bilden größtenteils Detailaufnahmen von Pflanzen und Kristallen ab, zeigen darüber hinaus aber auch Eisblumen, Korallen, Conchylien, Insekten und Röntgenfotografien. In ihnen zeigt sich des Künstlers Leidenschaft für Naturformen. Diese verbindet ihn mit dem deutschen Fotografen und Dokumentarfilmer Alfred Ehrhardt (1901-1984), der wiederum Kochs Kristallaufnahmen zum Vorbild nahm. Dank aufwändiger Recherchen und Zuschreibungen der Alfred Ehrhardt Stiftung werden in der Ausstellung viele Arbeiten Kochs sichtbar, die zuvor wegen seiner anonymen Veröffentlichungen, der Hinwendung zur Pressefotografie und seines frühen Todes in Kriegsgefangenschaft in Vergessenheit geraten waren.

Fred Koch (1904-1947) Gips-Kristalle (Eisleben, vergrößert)
bpk-Bildagentur / Fred Koch
Fred Koch (1904-1947) Gips-Kristalle (Eisleben, vergrößert), vor Februar 1931 Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 12,3 x 14,3 cm

Der 1904 geborene Fred Koch gilt als einer der bedeutendsten Fotografen innerhalb der Weimarer Republik. Er setzte den Fokus bei seinen Fotografien darauf, die Schönheit, Anmut und Pracht von Pflanzen zu betonen und bediente sich dabei ausgiebig an den Stilmitteln der neusachlichen Fotografie. So arbeitete er mit Lichtreflektionen und Schatten und schaffte es durch diese gezielte Lichtführung seine Bilder nicht nur zu dramatisieren, sondern sie mitunter auf surreale Weise zu verfremden oder durch intensive Passagen zu abstrahieren. Zudem gelang es ihm, die ästhetischen stofflichen Beschaffenheiten sowie den Aufbau von Kristallen und Mineralien mit seinen Fotografien eindrücklich sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck entwarf er eigene Spezialkameras und studierte Ausleuchtungsmodalitäten.Art.Salon

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