Der Ausstellungstitel Schwarzes Licht. Positionen des Erhabenen in der zeitgenössischen Kunst irritiert; bezieht sich der Titel in erster Linie nicht etwa auf Schwarzlicht, sondern auf das Erhabene als Kunstbegriff, der sich spätestens ab der Mitte des 20. Jahrhunderts in der US-amerikanischen Nachkriegsmalerei zu etablieren begann – etwa bei Barnett Newman oder Mark Rothko. Das Erhabene dient dabei als ästhetische Kategorie für Schönheit und Schrecken und verdeutlicht, wie gewisse Phänomene über die Vorstellungskraft hinausgehen. In Solothurn in der Schweiz werden ab dem 9. Oktober 2021 unter diesem Prädikat Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein, die das Erhabene ernsthaft wie ironisch illustrieren. Wodurch das Ungreifbare aber vor allem darstellbar gemacht wurde, sind Licht- und Leerstellen. So kam schließlich auch das paradoxe Begriffspaar im Titel zusammen: Das Oxymoron Schwarzes Licht akzentuiert das Unvorstellbare im Erhabenen.
Bis zum 2. Januar 2022 werden in Solothurn Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern mehrerer Generationen präsentiert, die die Kategorie des Erhabenen in ihren Werken visualisiert haben. Zu ihnen gehören Julian Charrière (*1987), Sara Masüger (*1978), Hiroshi Sugimoto (*1948), Albrecht Schnider (*1958) oder Robert Zandvliet (*1979).