Los Angeles, Getty Center

»Beginnings: The Story of Creation in the Middle Ages«

Die biblische Erzählung von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen war für die Christen des Mittelalters zentral für das Verständnis der natürlichen und der geistigen Welt. Das Getty Center präsentiert nun ausgewählte künstlerische Darstellungen und stellt sie zeitgenössischen Werken von Harmonia Rosales gegenüber: Beginnings: The Story of Creation in the Middle Ages eröffnet am 27. Januar in Los Angeles.

25. January 2026
The Creation of the Sun and the Moon (detail) from the Historical Bible, about 1360 –70 Master of Jean de Mandeville (French, active 1350 – 70)
The Creation of the Sun and the Moon (detail) from the Historical Bible, about 1360 –70 Master of Jean de Mandeville (French, active 1350 – 70) Tempera colors, gold, and ink on parchment 34.9 × 26 cm (13 3/4 × 10 1/4 in.) Getty Museum Ms. 1, vol. 1 (84.MA.40.1), fol. 5

Wie wurde die biblische Erschaffung der Welt visualisiert und interpretiert? Das Getty Center in Los Angeles untersucht diese Frage anhand 15 ausgewählter mittelalterlicher Manuskripte aus eigener Sammlung und stellt sie vier zeitgenössischen Arbeiten von Harmonia Rosales (*1984) gegenüber. »Die biblische Schöpfungsgeschichte bildete die Grundlage für die Weltanschauung der Christen im Mittelalter und übt auch heute noch einen starken Einfluss auf viele Künstler aus, die sie sowohl als ätiologische Ursprungsgeschichte als auch als Metapher für die conditio humana betrachten«, sagt Timothy Potts, Direktor des Getty Museums. »Neben zeitgenössischen Werken von Harmonia Rosales untersuchen die Ausstellungsstücke des Museums traditionelle und abweichende Interpretationen der Schöpfung und hinterfragen und definieren dabei mittelalterliche Kunstwerke neu.« Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Sektionen, darunter Visualizing the Creation, Creation in the Abrahamic Faiths, The Introduction of Evil und Beginnings and Ends. Die Ausstellung Beginnings: The Story of Creation in the Middle Ages läuft vom 27. Januar bis zum 19. April.

Harmonia Rosales ist eine Afro-kubanisch-amerikanische Künstlerin, geboren in Chicago. Sie ist bekannt für ihre Neuinterpretationen von Kunstwerken der Renaissance und des Barocks mit Schwarzen Protagonisten und westafrikanischen Symbolen und Mythen. Seit 2017 visualisiert sie in ihren Werken die Orishas, die Gottheiten der Yoruba-Tradition. Rosales hinterfragt eurozentrische Ideale von Schönheit, Macht und Göttlichkeit und prägt damit sowohl die Kunstgeschichte als auch das kulturelle Bewusstsein neu. Im September 2025 schuf sie mit Unbound, einem Auftragswerk für die Kirche King’s Chapel in Boston, ihre erste öffentliche Skulptur. Ebenfalls 2025 erschien ihr Debütroman CHRONICLES OF ORI: An African Epic.Art.Salon

Creation, 2025 Harmonia Rosales (American, born 1984)
Photo: Elon Schoenholz Photography L.2026.1
Creation, 2025 Harmonia Rosales (American, born 1984) Oil, gold leaf, gold paint, and iron oxide on panel 121.9 × 91.4 cm (48 × 36 in.) Courtesy of the artist © Harmonia Rosales

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