Amsterdam, Rijksmuseum

Bestätigt: ein neuer Rembrandt

Nach zweijähriger intensiver Untersuchung sind sich Forscher des Rijksmuseums in Amsterdam sicher: das Gemälde Die Vision des Zacharias im Tempel (1633) ist tatsächlich von Rembrandt. Ab dem 04. März ist das in Privatbesitz befindliche Bild im Museum erstmals seit vielen Jahrzehnten öffentlich zu sehen.

03. March 2026
Rembrandt van Rijn, Vision of Zacharias in the Temple, 1633
Rembrandt van Rijn, Vision of Zacharias in the Temple, 1633. On loan from a private collection. Photo: Rene Gerritsen

Erst aus dem Œuvre entfernt, jetzt wieder hinzugefügt: Das Gemälde Die Vision des Zacharias im Tempel (1633) galt seit 1960 nicht mehr als eigenhändiges Bild von Rembrandt van Rijn (1606-1669). Zuvor war es unter anderem im Jahr 1898 im Stedelijk Museum Amsterdam als Werk des Malers ausgestellt worden. 1961 wurde es von einem privaten Sammler gekauft und seither nicht mehr öffentlich gezeigt. Aufgrund einer bis dahin unentdeckten Signatur wandten sich die Eigentümer zwecks einer neuen Untersuchung mit modernsten Techniken an das Rijksmuseum in Amsterdam. Die Forscher stellten jetzt nach zwei Jahren fest: das Gemälde stammt doch von Rembrandt. Eine dendrochronologische Analyse der bemalten Holztafel bestätigt zudem das in der Signatur angegebene Jahr 1633. Die Eigentümer stellen dem Museum das Bild nun als Dauerleihgabe zur Verfügung: Ab dem 04. März wird Die Vision des Zacharias im Tempel wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Gemälde zeigt eine Szene aus der biblischen Geschichte des Hohepriesters Zacharias, dem ein Engel verkündet, dass er und seine Frau trotz ihres hohen Alters einen Sohn bekommen werden: Johannes den Täufer. Die Anwesenheit des Engels wird durch das Licht in der oberen rechten Ecke des Bildes angedeutet. Dies stellte einen Bruch mit traditionellen Bildkompositionen dar, in denen der Engel als Figur gezeigt wurde: Der Maler legt den Fokus auf die dramatische Veränderung einer Situation, auch zu Erkennen an Zacharias‘ überraschtem Gesichtsausdruck, anstatt auf die inhaltliche Bedeutung der Verkündigung. Dieses Konzept findet sich sehr häufig in Rembrandts frühen Werken. Das Gemälde wurde kurz nach seiner Ankunft in Amsterdam gemalt, einer wohlhabenden Handelsstadt, in der dem Maler während der 1630er auf einem hart umkämpften Kunstmarkt ein rasanter Aufstieg gelang. Es ist eines der wenigen Historiengemälde seiner Frühphase. Rembrandt war wie nur wenige zu Lebzeiten bereits dafür bekannt, das gesamte malerische Spektrum von Historie über Porträt bis Stillleben auf höchstem Niveau abdecken zu können.Art.Salon

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