Seine Darstellung des Lichts verzauberte Millionen in Europa und den USA: Der Spanier Joaquín Sorolla war die Künstlersensation im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Am heutigen 10. August jährt sich sein Todestag zum 100. Mal.
10. August 2023
gemeinfrei
Joaquín Sorolla, Sad Inheritance!, 1899, Ölgemälde, 210 x 285 cm
Der aus Valencia stammende Maler Joaquín Sorolla (1863-1923) verzeichnete eine außergewöhnliche Künstlerkarriere, die die Welt bis dahin noch nie gesehen hatte. Der Impressionist verstand es, das Licht so gekonnt in Szene zu setzen wie kaum ein Zweiter. Selbst Claude Monet zeigte sich tief beeindruckt. Unter anderem in Paris, London und New York richtete man ihm zu Ehren gigantische Einzelausstellungen mit teilweise 450 Exponaten aus – da war Sorolla gerade in seinen 40ern und noch lange nicht am Ende seiner Laufbahn. Er gewann zahlreiche Gold- und Ehrenmedaillen in Europa und den USA, so viele wie kein Maler zuvor. In New York erhielt Sorolla den Auftrag für den monumentalen Wandzyklus Visión de España, den er 1919 für die Hispanic Society of America fertigstellte. Sein Honorar betrug 150.000 US-Dollar (heute etwa 2,4 Millionen) – eine damals unvorstellbare Summe für einen Künstler.
Der Maler verstand es nicht nur, das Licht auf die Leinwand zu bannen, sondern er hatte auch einen Blick für Tabus. Sein Gemälde Trauriges Erbe! zeigt körperlich behinderte Kinder, die in einem Krankenhaus leben, beim gesundheitsfördernden Bad im Meer. Eine Szene, die er selbst am Strand bemerkte und sofort den begleitenden Priester um Erlaubnis bat, Skizzen anfertigen zu dürfen. Auch mit diesem Bild gewann er eine Goldmedaille, es gilt als erste malerische Darstellung polio-erkrankter Kinder. Sorolla bot es dem spanischen Staat zu einem günstigen Preis an, doch konservative Politiker blockierten den Kauf.
Sorolla war besessen von der Freilichtmalerei, der er sich bei Wind und Wetter widmete. Gerade die vermeintliche Wetterfestigkeit wurde ihm zum Verhängnis: Sie setzte seiner Gesundheit zu und so verstarb er vor genau einem Jahrhundert, am 10. August 1923, im Alter von 60 Jahren. Seit einiger Zeit sind Sorollas Werke wieder häufiger in Ausstellungen zu finden, nachdem seine Würdigung im ausgehenden 20. Jahrhundert abgenommen hatte. Für einen Besuch bietet sich etwa das Museo Sorolla in Madrid an, in dem auch alte Fotografien aus dem Leben des Malers zu sehen sind.
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Joaquín Sorolla, Selbstporträt, 1909, Ölgemälde, 41 x 26 cm
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