Anfang der 1950er lebte Ed van der Elsken (1925-1990) in Paris, wo er das Leben exzentrischer Bohemians fotografierte. Aus den innovativen Bildern entwickelte er eine fiktive Liebesgeschichte im Fotobuch Liebe in Saint-Germain-des-Prés (1956), mit dem van der Elsken schlagartig berühmt wurde. In neun Ausstellungsräumen stellt das Rijksmuseum Amsterdam die Arbeit des Kunstfotografen von seinen frühen Werken der 1950er bis zu den späten 1980ern vor. Van der Elsken – als »enfant terrible« bezeichnet – gilt als bahnbrechender Fotograf, dem es gelang, eine besondere Lebensenergie aufzuspüren und in Bildern festzuhalten – sei es in den Niederlanden, Kuba oder Japan. Das Rijksmuseum ist seit 2019 gemeinsam mit dem Nederlands Fotomuseum im Besitz des persönlichen Archivs van der Elskens. Erstmals werden Objekte wie handschriftliche Notizen zu den Werken oder fotografische Experimente öffentlich zu sehen sein. Ed van der Elsken. Up Close läuft noch bis zum 13. September.
Die Gesamtheit der Präsentation von berühmten und weniger bekannten Fotografien mit persönlichen Notizen zeichnet ein detailliertes Bild von van der Elskens Gedankenwelt und Arbeitsmethoden, wie es vorher noch nie zu erleben war. Der einflussreiche Fotograf ist seinen kompositorischen Experimenten auch für Technik- und Materialversuche bekannt, um die Grenzen der fotografischen Abbildung zu erweitern. Der Künstler, der besonders von Weegees Œuvre fasziniert war, betätigte sich auch als Filmemacher. Sowohl Kunst- als auch Dokumentar- und Fernsehfilm gehörten zu seinem Repertoire, das sich stets mit Aspekten seines persönlichen Lebens befasste.