Florenz: Fondazione Palazzo Strozzi zeigt Fra Angelico
Ein früher Meister der Perspektive und des Lichts
Erstmals seit über 70 Jahren ist in Florenz wieder eine große Ausstellung zu Fra Angelico zu sehen: Die Fondazione Palazzo Strozzi präsentiert die gleichnamige Schau gemeinsam mit dem Museo di San Marco. Die Eröffnung findet am 26. September statt.
26. September 2025
gemeinfrei
Fra Angelico, Grablegung Christi, ca. 1440, 38 x 46 cm, Tempera auf Holz, Alte Pinakothek, München
Zeitgenossen kannten ihn als Fra Giovanni da Fiesole (um 1395-1455), später etablierten sich die Namen Fra Angelico (der engelsgleiche Bruder) und Beato Angelico (der engelsgleiche Selige): Der Maler war eine führende Stimme der italienischen Frührenaissance. Schon zu Lebzeiten faszinierten seine Bilder mit ihren gekonnten Licht- und Perspektivendarstellungen, Frömmigkeit und realitätsnahen Emotionen der Figuren. Vergleichbares hatten die Menschen zuvor noch nie gesehen. Einige kompositorische Erfindungen wie die Beweinung Christi vor dem Grab (um 1440) oder rechteckige Altartafeln entwickelten sich zu Standards. Mit der großen Ausstellung Fra Angelico würdigt die Fondazione Palazzo Strozzi, in Zusammenarbeit mit dem Museo di San Marco, eine zentrale Figur des 15. Jahrhunderts. Die Schau läuft vom 26. September 2025 bis zum 25. Januar 2026 und untersucht die Entstehung, Entwicklung und den Einfluss von Fra Angelicos Werk im Dialog mit Malern wie Lorenzo Monaco, Masaccio und Filippo Lippi sowie Bildhauern wie Lorenzo Ghiberti, Michelozzo und Luca della Robbia.
Fra Angelico, der Schutzpatron christlicher Künstler, wurde in Fiesole nahe Florenz geboren und starb in Rom. Er lebte in mehreren Konventen, unter anderem dem Konvent San Marco, dem heutigen Museo di San Marco, in dem sich viele seiner Arbeiten befinden. In diesen Werken wird vor allem sein neuartiger Ansatz, dass die persönliche Interpretation des Malers das Bild mitgestaltet, deutlich. Die Sichtweise war zu seiner Zeit unbekannt, Maler galten als Handwerker, den Begriff des kreativ schaffenden Künstlers, wie wir ihn heute verstehen, gab es noch nicht. Großen Einfluss übte Fra Angelico damit beispielsweise auf Michelangelo, El Greco und Rembrandt. Fra Angelicos Grab befindet sich in der römischen Kirche Santa Maria sopra Minerva.
gemeinfrei
Fra Angelico, Die Verkündigung, um 1438–1450, 230 x 297 cm, Freskenzyklus in San Marco, Florenz
Kunst für eine funktionierende Koexistenz der globalen Bevölkerung: Im Haus der Kunst in München präsentiert der Argentinier Tomás Saraceno Visionen für neue Formen des Zusammenlebens. Die Ausstellung Tomás Saraceno. Verwobene Welten eröffnet am 17. Juli.
Ein einzigartiges Œuvre: Mit über 150 Arbeiten, darunter Filme, Installationen und selten zu sehende Gemälde, präsentiert die Tate Modern die kubanische Künstlerin Ana Mendieta. Die gleichnamige Ausstellung eröffnet am 15. Juli in London.