Stockholm, Moderna Museet: »House of Nisaba«

Eine Rückkehr der Allegorie?

Mit einer interessanten Ausstellung verabschiedet sich Kurator Hendrik Folkerts vom Moderna Museet in Stockholm: In eigens für die Schau entwickelten Arbeiten präsentiert House of Nisaba: New Stories of Painting eine Rückkehr der Allegorie. Zu sehen sind die Exponate ab dem 14. Mai.

14. May 2026
Nicole Eisenman, Progress: Real and Imagined, 2006
Photo: ullmann.photography. Courtesy of the artist and Hauser & Wirth
Nicole Eisenman, Progress: Real and Imagined, 2006. Ringier AG/Ringier Collection, Switzerland. © Nicole Eisenman 2026

Die Allegorie, ursprünglich ein Element der Rhetorik, hat eine lange Tradition in der europäischen bildenden Kunst. Bereits in der griechischen Antike, besonders der hellenistischen Zeit, sind sie verbreitet und finden sich beispielsweise auf bemalten Vasen. Im Mittelalter wurden vor allem christliche Motive wie die Kardinaltugenden oder die Todsünden allegorisch dargestellt und in der Frühen Neuzeit erlebten die Allegorien ihre Hochphase besonders im Barock. Mit Beginn der Moderne verloren sie an Bedeutung, sind jedoch, häufig als Personifikation, gelegentlich bis in die Gegenwart zu finden. Heute ist sie vor allem in anderen Bereichen wie Autofiktion, Mystik, Astrologie, Esoterik und Science-Fiction zu finden. Eine Ausstellung des Moderna Museet Stockholm bringt die Allegorie zurück in die Malerei: Über zwanzig Künstlerinnen und Künstler präsentieren neue Werke in einer ortsspezifischen, immersiven Umgebung, die vom forschungsbasierten Design-Studio Formafantasma gestaltet wurde. House of Nisaba: New Stories of Painting läuft vom 14. Mai bis zum 30. August.

Der Titel der Schau bezieht sich auf Nisaba, eine sumerische Göttin des Getreides, später auch der Schrift und der Weisheit. Vielleicht ein Hinweis auf die lange Geschichte der Allegorie und auf ihre kulturelle Verbreitung. Teilnehmende Kunstschaffende der Ausstellung sind unter anderem Nicole Eisenman, Hortensia Mi Kafchin, Jill Mulleady, Wangechi MutuMohammed Sami, Selma Selman, Salman Toor und Evelyn T. Wang.

House of Nisaba: New Stories of Painting ist die letzte Stockholmer Ausstellung des Kurators Hendrik Folkerts, der dort fast fünf Jahre lang arbeitete. Zuvor war er als Kurator am Art Institute of Chicago beschäftigt. Seit Februar 2026 ist Folkerts als Chefkurator im Kunsthaus Zürich tätig.Art.Salon

Wangechi Mutu, Subterranea Falling Flames, 2023
Photo: David Regen. Courtesy of the artist and Gladstone Gallery
Wangechi Mutu, Subterranea Falling Flames, 2023. Courtesy of the artist and Gladstone Gallery. © Wangechi Mutu 2026

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Hilden: Ausstellung mit Gabriele Weide

In der Ausstellung Zwischentöne & Statements präsentiert das Haus Hildener Künstler Kunstwerke von drei Künstlerinnen über zentrale Themen unserer Zeit. Gabriele Weide aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon zeigt Arbeiten über die Gefährdung des Lebensraumes Ozean. Die Vernissage findet am 20. Juni um 15 Uhr in Hilden nahe Düsseldorf statt.

17. June 2026
Gabriele Ludewig

Auf den ersten Blick wirken Gabriele Ludewigs „Balloons“ wie bunte, schwebende Luftballons. Doch hinter der poppigen Comic-Ästhetik verbergen sich massive Skulpturen voller Dynamik. Ein Blick auf Kunstwerke, die pure Lebensfreude versprühen.

von Felix Brosius, 16. June 2026