In für Chipperfield typischer, eher minimalistischer Architektursprache gehalten, wird die Erweiterung inhaltlich vor allem Kunst ab den 1960er-Jahren sowie wechselnde Ausstellungen zur Gegenwartskunst beherbergen. Gerade die Fülle an parallelen Strömungen und die Vielfalt der künstlerisch eingesetzten Medien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts soll hier umfassend vermittelt werden. Eine Neuheit ist das Digital Lab, ein digital gespiegelter Raum, der speziell für Kunstwerke und Performances, welche die virtuelle Welt thematisieren, entworfen ist. Die erste Ausstellung dort heißt »Earth Beasts. Naturbild im Wandel«.
Um diesen Bedeutungsreichtum aber auch in historischen Kontext zu setzen, sind zudem Galerien für die Malerei des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne eingerichtet. Das Kunsthaus Zürich nutzt den neuen Bau ferner für die Ergänzung wichtiger Kunstepochen. Die Sammlung Knecht erweitert die Werke niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts, während Bilder aus der Sammlung des 1956 verstorbenen umstrittenen Waffenfabrikanten Emil Bührle die Malerei des französischen Impressionismus wesentlich ergänzt.
Zum Zweck der Kunstvermittlung sind Ateliers für Besucher- und Schülergruppen verfügbar. Neue Shops, ein Festsaal sowie ein ruhiger Garten, der sich auch für Veranstaltungen eignet, komplettieren das Konzept eines modernen Museums. 2022 werden im Garten Arbeiten von Niki de Saint Phalle ausgestellt. Das nun größte Kunstmuseum der Schweiz lädt zur Eröffnung des Neubaus am 09. und 10. Oktober zum Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt ein.