Chemnitz, Museum Gunzenhauser: »European Realities«
Europaweit: Realismus in der Moderne
Noch bis zum 10. August ist im Museum Gunzenhauser in Chemnitz die Ausstellung European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa zu sehen. Rund 300 Kunstwerke aus 20 Ländern präsentieren diese Kunstepoche erstmals in solchem Umfang.
Milada Marešová, Dobročinný bazar, 1927, Öl auf Leinwand
Mit rund 300 selten gezeigten Gemälden aus ganz Europa widmet sich das Museum Gunzenhauser einer besonderen Ausstellung zur Kunst der Moderne: Breit gefächert und zugleich detailliert erkundet sie die vielfältigen Realismusbewegungen über Staatsgrenzen hinweg. Die realistische Darstellung antwortet sowohl auf die Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges als auch Kunstrichtungen wie den Expressionismus, die bei manchen ein Bedürfnis nach Ordnung hervorriefen. Nach Themen sortiert, verdeutlichen die Arbeiten von rund 60 Kunstschaffenden aus 20 Ländern, wie künstlerische Tendenzen ausgetauscht wurden und sich gegenseitig beeinflussten. Die Kunstwerke erzählen von Armut und Elend, aber auch von wirtschaftlichem Aufschwung, einer kulturellen Blütezeit, beginnender Emanzipation und technischem Fortschritt. Noch nie zuvor ist diese Kunstepoche in einem solchen Umfang präsentiert worden. European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa wurde von Anja Richter kuratiert und ist noch bis zum 10. August in Chemnitz zu sehen.
Ausgangspunkt des Konzepts war Gustav Friedrich Hartlaubs namensgebende Präsentation der Neuen Sachlichkeit von 1925, die nach Mannheim und Dresden in den heutigen Kunstsammlungen am Theaterplatz in Chemnitz Station machte. In der aktuellen Schau sind zahlreiche weniger bekannte Stimmen der Moderne vertreten, darunter Aleksandra Belzowa, Cata Dujšin-Ribar, Petras Kalpokas, Sven Otto Lindström, Milada Marešová, Josep Mompou Dencausse, Stefan Płużański, Arthur Riedel, William Roberts, Ekaterina Savova-Nenova, Niklaus Stoecklin, Kiril Tsonev und Sigismunds Vidberg. Mithilfe von Videografiken über einer Karte Europas werden die Bewegungen der Künstlerinnen und Künstler zwischen den Kunstzentren wie Paris, Rom, Berlin, Dresden, London, Helsinki und Wien nachgezeichnet.
Im Rahmen der Reihe InterNationalgalerie lädt die Alte Nationalgalerie andere Institutionen in die eigenen Räumlichkeiten ein. Den Auftakt macht ab dem 18. Juni das Nationalmuseum in Warschau mit der Ausstellung Die Erfindung der Mythen.
Noch bis zum 27. Juni zeigt Elvira Flamm drei Arbeiten ihrer Serie Ikonen ohne Namen (Icons without names) in der Ausstellung des Made in Berlin Art Award 2026. Sie wurde als eine von 20 Kunstschaffenden für die Schau in der BBA Gallery ausgewählt.