Der Glaspalast in Augsburg ist ein ehemaliges Industriegebäude und sorgt mit seiner lichtdurchfluteten Architektur für eine einzigartige Ausstellungsatmosphäre. Hier werden in zwei Hallen moderne und zeitgenössische Kunstwerke auf insgesamt 2.700 m² gezeigt. Am 17. April ist der Glaspalast Schauplatz zweier paralleler Vernissagen: Um 18 Uhr eröffnen Manuel Frattini: Die Landschaft der Malerei und Shift of Vision. Neue Wege der Abstraktion, die als Ausstellungspaar als auch in sich selbst konzeptuell spannende Dialoge anstoßen. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind bei den Eröffnungen vor Ort. Beide Schauen sind anschließend bis zum 11. Oktober zu sehen.
Der in Freiburg lebende Künstler Manuel Frattini (*1968) präsentiert Gemälde und Zeichnungen, mit denen er zur bewussten sinnlichen Erfahrung von Farbe und gestischem Materialauftrag einlädt. Die Werke stellen abstrahierte Erinnerungen dar, durch die Reduktion legt Frattini den Fokus auf ein neues, aufmerksames und stilles Erleben unserer Umwelt – eine Fähigkeit, die angesichts der digitalen Bilderflut verloren zu gehen droht. Seine Arbeiten entstehen durch Auftrag vieler Farbschichten und wecken durch Fragmente zahlreiche Assoziationen. Frattini verschleiert nichts, die Stofflichkeit des Materials und die Spuren des Farbauftrags evozieren eine Ehrlichkeit, die die Distanz von Betrachtenden zum Bild überwindet und es erleichtert, sich auf die neuen Seh-Erfahrungen einzulassen. Die Ausstellung wurde von Wolfgang Reichert in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert.