Mit Kurator Kader Attia steht die 12. Berliner Biennale für Zeitgenössische Kunst im Zeichen der Dekolonialisierung. Attia blickt beim Programm der Veranstaltung auf zwei Jahrzehnte der begonnenen Dekolonialisierung, die auf über 500 Jahre koloniales Denken folgen, zurück und stellt den Aspekt der Reparatur in den Vordergrund. Diese versteht er nicht als rein materielles Anliegen: auch körperliche Verletzungen und Traumata gehören für ihn zum Spektrum der Reparatur. Auf diesem Wege sollen auf der 12. Berlin Biennale für Zeitgenössische Kunst sowohl das Publikum als auch Teilnehmende in einen Diskurs treten und für »das Jetzt sorgen«.
Die Biennale hangelt sich so an verschiedenen Fragen entlang, die die Künste in den Prozess der Dekolonialisierung mit einbeziehen: wie ließe sich eine antikoloniale Erinnerungskultur etablieren, welche Rolle spielen (nicht-westliche) feministische Bewegungen, wie hängt die Klimakrise mit dem Kolonialismus zusammen und welche Form könnte der Widerstand gegen den Ressourcenabbau einnehmen? Das facettenreiche Programm der Kunstveranstaltung formiert sich aus der Zusammenkunft von Künstlerinnen und Künstlern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Aktivistinnen und Aktivisten zu einem spannenden Gefüge.