Wien, ALBERTINA: Künstler auf Reisen

Künstlerische Entdeckungsreisen um 1800

Mit Werken aus der eigenen Sammlung präsentiert die ALBERTINA in Wien eine große Ausstellung zu Künstlerreisen im 18. und 19. Jahrhundert. Zu sehen sind auch Arbeiten von Johann Wolfgang von Goethe. Fernweh: Künstler auf Reisen eröffnet am 27. Juni.

26. June 2025
Thomas Ender, Das Matterhorn vom Gornergrat gesehen, 1854
© Foto: ALBERTINA, Wien
Thomas Ender, Das Matterhorn vom Gornergrat gesehen, 1854, 33,3 x 50,3 cm, Aquarell, ALBERTINA, Wien

Ob »Grand Tour« oder eine kurze Reise ins Umland einer Stadt: Künstlerreisen jeglichen Umfangs waren besonders im 18. und 19. Jahrhundert in Mode. Eine Neuheit stellte die Künstlerreise dabei nicht dar, seit vielen Jahrhunderten gehörte die Reise zur Ausbildung, um andere Stile kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. In der Frühen Neuzeit, in der die Schicht des wohlhabenden Bürgertums anwuchs, erweiterte sich der Kreis, der eine solche Bildungsreise finanzieren konnte. Kunstschaffende unternahmen nun auch unabhängig von ihrer Ausbildung vermehrt Reisen in andere Länder, um sich etwa antike Ruinen anzusehen oder Landschaften zu entdecken. Auch kürzere Reisen ins Umland großer Städte inspirierten Kunstschaffende dabei immer wieder und wurden regelmäßig unternommen. In der Ausstellung Fernweh: Künstler auf Reisen zeigt die ALBERTINA Werke des 18. und 19. Jahrhunderts aus eigener Sammlung. Sie erzählt vom Übergang der klassizistischen Künstlerreise, die von Humanismus und Verehrung der Antike geprägt war, zur romantischen Reise, in der Gotik und mittelalterliche Ruinen im Fokus standen. Die Ausstellung läuft vom 27. Juni bis zum 24. August in Wien.

Feine Zeichnungen und farbintensive Aquarelle zeugen von individuellen Naturerlebnissen und neuen Perspektiven. Sie dienten den Malern als Vorlage für Gemälde, die sie später in ihren Ateliers anfertigten. Die Ausstellung zeigt unter anderem Arbeiten von Jakob AltTina BlauThomas Ender und Caspar David Friedrich sowie Werke von Johann Wolfgang von Goethe. Die ausgestellten Arbeiten vermitteln dabei nicht nur Einblicke in die Arbeitsweisen der Kunstschaffenden, sondern auch von Zustand der Welt vor 200 Jahren – etwa die noch vergleichsweise wenig ausgegrabenen Ruinen im Forum Romanum (die erste Ausgrabung fand im Jahr 1788 statt) – und von den schwierigen Reisebedingungen der Zeit.Art.Salon

Jakob Alt, Forum Romanum in Rom (Guckkastenblatt), 1837
© Foto: ALBERTINA, Wien
Jakob Alt, Forum Romanum in Rom (Guckkastenblatt), 1837, 41,7 x 51,9 cm, Aquarell, ALBERTINA, Wien

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