Internationale und Regionale Kunst um 1900

»La Belle Époque. Der Zauber des Jugendstils« in der Städtischen Galerie Rosenheim

Die Stadt Rosenheim hat durch ihre Nähe zu Wien und München, zwei Kunstzentren des Jugendstils, um 1900 große Veränderungen erfahren. Neubauten veränderten das Stadtbild und eine neue öffentliche Kunstsammlung präsentierte aktuelle Kunstwerke. Die Städtische Galerie Rosenheim zeigt in der Ausstellung La Belle Époque. Der Zauber des Jugendstils ab dem 16. Dezember 2021 die Entwicklung dieser Epoche mit Werken regionaler und internationaler Künstler.

15. December 2021
Leo Putz, Geburtstagstorte mit Kerzen, 1896
Abbildung © Schloss Neubeuern
Leo Putz, Geburtstagstorte mit Kerzen, Aquarell, Eintrag im Gästebuch (Band 3) des Schlosses Neubeuern, 11. Februar 1896

Der Jugendstil entwickelte sich als Reaktion auf die Veränderungen durch die Industrialisierung, welche als kalt und gefühllos empfunden wurde. Zugleich verfolgten junge Künstlerinnen und Künstler das Ziel, den vorherrschenden Historismus, in dem Gestaltungsformen vergangener Epochen reproduziert wurden, mit neuen, zukunftsorientierten Stilelementen abzulösen. Florale Ornamente und geschwungene Linien sind zwei besonders verbreitete Merkmale des Jugendstils, der nicht nur Kunst und Architektur, sondern auch die Gestaltung von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen durchzog.

In München und Wien wurden die neuen Formen früh mit Begeisterung aufgenommen, wonach auch nahe gelegene kleinere Städte wie Rosenheim nachhaltig davon beeinflusst worden sind. Das Stadtbild wurde rasch von neuen Gebäuden geprägt und eine nie dagewesene öffentliche Kunstsammlung bereicherte das kulturelle Leben Rosenheims enorm. Kleinere Künstlerkolonien und namhafte Künstlerinnen und Künstler wie Leo Putz ließen sich in und um Rosenheim nieder; der gebürtige Rosenheimer Rudolf Sieck etwa erreichte als Maler internationale Anerkennung.

Die Städtische Galerie Rosenheim zeichnet nun die Entwicklung dieser einflussreichen, nur rund 20 Jahre vorherrschenden Epoche in der Ausstellung La Belle Époque. Der Zauber des Jugendstils nach. Darin werden regionale Arbeiten von Sieck, Emil Thoma und Hans Müller-Schnuttenbach denen von international bekannten Kunstschaffenden wie Franz von Stuck und Alfons Mucha gegenübergestellt. Die Schau öffnet etwas später als geplant am 16. Dezember 2021 und wird voraussichtlich bis zum 01. Mai 2022 laufen.Art.Salon

Franz von Stuck, Medusa, 1902
Foto © Martin Weiand
Franz von Stuck, Medusa, Fächerelement (Detail), Öl/Holz/Pappe, 1902, Städtische Galerie Rosenheim (Inv. Nr. 380)

Dive deeper into the art world

Wolfsberg: Jubiläumsausstellung von Georg Brandner

Fortsetzung der Jubiläumsausstellungen: 2026 feiert Georg Brandner seinen 70. Geburtstag und sein 50jähriges Jubiläum als freischaffender Künstler. In verschiedenen österreichischen Städten präsentiert er seine Arbeiten, als nächstes in Wolfsberg: Am 30. Juni eröffnet dort um 18:30 Uhr die Schau Georg Brandner – 70 Jahre Kunst in der Galerie Atelier Berndt.

26. June 2026
Ghent, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst

Eine Ausstellung über Konservierung und Restauration ungewöhnlicher Materialien in Kunstwerken: Am 27. Juni eröffnet das Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Ghent die Ausstellung Joseph Beuys | Wirtschaftswerte: a conservation history mit Beuys‘ renommierten Werk im Zentrum.

26. June 2026