Mit ihrer provokanten, rohen und teils schockierenden Ästhetik fügte sich Sarah Lucas in den 90er Jahren in das Konzept der Young British Artists ein. Die Gruppe junger Kunstschaffender reagierte damals auf die konservative Politik Thatchers in Großbritannien. Ihre Debütausstellung nannte sie »Penis nailed to a Board« (1992) und stellte damit unmissverständlich fest, was sie mit ihrer Kunst intendierte.
Mit aggressivem Wortwitz voran
Die Young British Artists verstand man in den 1990ern als Antwort auf die konservative Regierung Margaret Thatchers. Eine der bekanntesten Angehörigen aus diesem Kreis: Sarah Lucas. Mit »Penis nailed to a Board« gab sie 1992 ihr programmatisches Ausstellungsdebüt. Heute wird die britische Künstlerin 60 Jahre alt.
»Aggressiven Wortwitz« attestiert ihr der Hamburger Kunstverein 2005. Meist sexuell aufgeladen seien ihre Installationen und Assemblagen aus ausrangierten Möbeln, Lebensmitteln, Fundstücken Zeitungspapier, Holz, Draht und Co. »Drastische Titel« habe sie ihnen gegeben, zu denen ihr eine zweideutige saloppe Arbeitersprache als Grundlage diente. Brüste, Phalli und lange, gummiartige Beine fläzen da auf Büro- und Barhockern oder verknoten sich zu einem biomorphen Knäuel.
Nur so erreichte sie wahrscheinlich die Aufmerksamkeit der britischen und später auch der internationalen Kulturlandschaft. Sie kritisierte damals wie heute festgeschriebene gesellschaftliche Normen und Geschlechterrollen. Auf ihren Selbstporträts inszeniert sie sich selbst – männlich konnotiert posiert sie breitbeinig, eine Banane essend.
Sarah Lucas verstand es, wachzurütteln – und gilt heute deswegen als eine der bekanntesten Vertreterinnen der Young British Artists sowie ihrer Künstlergeneration. Lucas wird heute 60 Jahre alt und der Art.Salon gratuliert zu allem, was ihr bisher gelungen ist – und noch gelingen wird.
Auktionsergebnisse von Sarah Lucas
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»Alliance, Infinity, Love«
Alles fließt: Kunst zwischen Erinnerung und Wandel
25 Künstlerinnen des Netzwerks Frauenmuseum Berlin präsentieren in der Ausstellung Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss Werke aus Malerei, Grafik, Fotografie, Installation und Skulptur. Aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon nehmen fünf Künstlerinnen teil: Ulrike Gerst, Uschi Niehaus Indenbirken, Annette Selle, Beate Selzer und Regina Weiss. Die Ausstellung ist bis zum 05. Juli in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg an der Havel zu sehen.