Berlin, Georg Kolbe Museum

»Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss«

Sie ist eine bisher wenig bekannte Schlüsselfigur der abstrakten Kunst: Mit ihren geometrischen Kompositionen war Marlow Moss eine visionäre Künstlerin. Ab dem 02. April präsentiert das Georg Kolbe Museum in Berlin ihre Gemälde und Skulpturen in Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss.

02. April 2026
Marlow Moss, Balanced Forms in Gunmetal on Cornish Granite, 1956-1957
Photo: Tate
Marlow Moss, Balanced Forms in Gunmetal on Cornish Granite, 1956-1957, Metal and granite, 22 x 33 x 28,5 cm, Gift of Miss Erica Brausen 1969, Tate, London

Die Ausstellung Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss ist die erste große Schau zur wegweisenden Künstlerin in Deutschland. Im Paris der 1930er galt sie unter Avantgardisten als eine der wenigen anerkannten Frauen, ebenso war sie Gründungsmitglied der Vereinigung Abstraction-Création. Moss (1889-1958), die etwa seit ihrem 30. Lebensjahr ein maskulines Aussehen und Herrenkleidung bevorzugte, entwickelte in ihren konstruktivistischen Gemälden und Skulpturen eine übergreifende, einzigartige Formensprache, mit der sie nach einer universellen Ordnung von Farbe, Linie und Raum suchte. Besonders Piet Mondrian (1872-1944) war von ihrer Verwendung der innovativen Doppellinie (wer sie letztlich erfand, ist zurzeit unbekannt) fasziniert. Erschwert wurde Moss‘ Eingang in die Kunstgeschichte auch durch Verfolgung, Exil und dem kriegsbedingten Verlust ihrer Arbeiten. Das Georg Kolbe Museum in Berlin präsentiert in der Ausstellung erstmals die noch erhaltenen Skulpturen der Künstlerin gemeinsam, ergänzt von Gemälden, Zeichnungen und Fotografien verlorener Skulpturen. Die Exponate sind vom 02. April bis zum 26. Juli ausgestellt.

Moss gilt heute als erste britische konstruktivistische Künstlerin. In der aktuellen Berliner Schau werden ihre Werke zeitgenössischen Positionen gegenübergestellt: Leonor Antunes (*1972), Tacita Dean (*1965), Florette Dijkstra (*1963) und Ro Robertson (*1984). Ihre Arbeiten eröffnen verschiedene Verbindungslinien zu Moss und erwecken neue Perspektiven auf die Suche der Künstlerin nach einer universellen Ordnung. Die Ausstellung führt Leihgaben aus bedeutenden Museen und Archiven in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, den USA und Deutschland sowie zahlreichen Privatsammlungen zusammen. Moss war Teil der bekannt gewordenen Ausstellung Women in Abstraction. Another History of Abstraction in the 20th Century des Centre Pompidou im Jahr 2021, die anschließend im Guggenheim Museum in Bilbao und im West Bund Museum in Shanghai gezeigt wurde.Art.Salon

Marlow Moss, Spatial Construction, 1956-57
Marlow Moss, Spatial Construction, 1956-57, Leeds Museums and Galleries (Leeds Art Gallery) U.K. © Leeds Museums and Galleries, UK/Bridgeman Images

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