Hamburger Kunsthalle zeigt Hanns Kunitzberger

Ungerahmte Bildwelten

Mit der Ausstellung Hanns Kunitzberger: Abbild 2002–2005 präsentiert die Hamburger Kunsthalle das gleichnamige, mehrteilige Werk des österreichischen Künstlers. Die vielschichtigen, abstrakten Gemälde entfalten eine Sogwirkung bei Betrachtenden. Die Ausstellung eröffnet am 29. November.

29. November 2024
Hanns Kunitzberger (*1955), ABBILD 2002–2005, Komposition, Sätze I, II, III, IV – jeweils mit 4 Gemälden 1 bis 16, 2002–2005 (Ausschnitt)
© Hanns Kunitzberger
Hanns Kunitzberger (*1955), ABBILD 2002–2005, Komposition, Sätze I, II, III, IV – jeweils mit 4 Gemälden 1 bis 16, 2002–2005 (Ausschnitt), Öl / Mollino auf Holz-Keilrahmen, gesamt 300 x 3200 x 4,5 cm, inkl. 10 cm Hängeabstand zwischen jedem Gemälde

Gemälde, die die Zeit binden: Hanns Kunitzbergers großformatige Bilder entstehen in langwierigen Prozessen mit vielfachen Übermalungen, sodass unzählige Farbschichten auf dem Bildträger durchscheinen. Sie sind nebelartig, nicht gänzlich greifbar, doch eindeutig wahrnehmbar. Kunitzberger hält Spuren eines Zeitabschnitts in seinen Werken fest. Abbild 2002–2005 ist ein raumgreifendes, mehrteiliges Werk, das die Betrachtenden zu umgeben scheint und in sich hineinzuziehen vermag. Bei längerer Betrachtung wirkt es, als ob man in eine bunte, meditative Wolke tritt, die einen die Realität und den Zeitverlauf vergessen lässt. Die Hamburger Kunsthalle widmet der monumentalen Werkreihe eine eigene Ausstellung: Hanns Kunitzberger: Abbild 2002–2005 ist dort vom 29. November 2024 bis zum 27. April 2025 zu sehen.

Der Österreicher Hanns Kunitzberger (*1955) studierte zunächst Theater- und Filmregie, bevor er sich seit 1991 ganz der Malerei widmete. Er lebt und arbeitet in Berlin. Er untersucht in seinen Werken den Bezug von Raum und Bild. Die Farbnebel seiner stets ungerahmten Gemälde entfalten sich über den Bildträger hinaus und verändern die Wahrnehmung ihrer Umgebung. Kunitzberger malt häufig auf Nesseltuch, einem Stoff mit langer Tradition, der in Österreich auch Mollino genannt wird. Der ursprünglich aus Brennnesselfasern gewebte Stoff war in Europa weit verbreitet, lange bevor man im 14. Jahrhundert Baumwolle auf dem Kontinent einführte. Es wurde im Mittelalter auch für Schiffssegel verwendet und ist heutzutage vor allem als Bildträger für Hintergründe im Theater zu finden, weil es strapazierfähig und leicht zu bemalen ist. Die Spuren der Zeit schimmern bei Kunitzberger auch in der Materialwahl durch, die seiner Kunst Universalität und Ursprünglichkeit verleiht.Art.Salon

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