Mit über 160 Kunstwerken aus den letzten 250 Jahren erkundet das Kunstmuseum Basel die visuelle Kultur der Geister. Sie dienen auch im 21. Jahrhundert noch als Metaphern für Angst und das Unerklärliche, aber auch für Erinnerungen. Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur eröffnet am 20. September.
18. September 2025
Art Gallery of Hamilton. Bruce Memorial, 1914
The Phantom Hunter, William Blair Bruce, 1888, Öl auf Leinwand, 151.1 x 192.1 cm, Objekt-ID: 90959
Das 19. Jahrhundert wird heute meist mit großen technologischen Fortschritten verbunden und als goldene Zeit der Rationalität und Wissenschaft angesehen. Gleichzeitig war es eine Hochzeit des Glaubens an Wunder und dem Übernatürlichen, nicht zuletzt angetrieben durch die Romantik und ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts beispielsweise durch die Geisterfotografie. Die Blütezeit der industriellen Revolution war auch die Blütezeit der Séancen, der Illusionisten und der sogenannten »Abnormitätenschauen«. Mit über 160 Werken und Objekten aus den letzten 250 Jahren erkundet Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur die reiche visuelle Kultur, die sich im 19. Jahrhundert in der westlichen Welt rund um das Thema Geister entwickelte – mit Bezug auf eine reiche Vergangenheit, denn Geister in allen erdenklichen Formen sind in menschlichen Kulturen weltweit vertreten. Die Sonderausstellung ist vom 20. September 2025 bis zum 08. März 2026 im Kunstmuseum Basel zu sehen.
Zum Einstieg in die Ausstellung verdeutlicht eine Übersicht aus Filmen und Kinderbuchillustrationen, wie verbreitet Geister in der Popkultur sind. Anschließend springen Besuchende ins 19. Jahrhundert, in der neben Gemälden besonders Geisterfotografien, mit denen erstmals geisterhafte Existenzen »bewiesen« werden konnten (das Wissen um Fotomanipulation etwa durch Doppelbelichtung war nur wenigen bekannt), den Fokus der Schau. Die zweite Hälfte der Ausstellung widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts, in denen Geister als Verbindung zum Jenseits und als Sichtbarmachung für das Unaussprechliche oder Traumata dienen können. In der Ausstellung sind zahlreiche berühmte Kunstschaffende aus drei Jahrhunderten vertreten, darunter Nicolai Abildgaard, William Blair Bruce, William Blake, Eugène Delacroix, Thomas Demand, Nicole Eisenman, Max Ernst, Urs Fischer, Katharina Fritsch, Meret Oppenheim, Sigmar Polke, Rosemarie Trockel, Benjamin West und Erwin Wurm.
Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, CT. Bequest of Clara Hinton Gould
Saul and the Witch of Endor, Benjamin West, 1777, Öl auf Leinwand, 50.5 x 65.1 cm, Objekt-ID: 90835
Kunst für eine funktionierende Koexistenz der globalen Bevölkerung: Im Haus der Kunst in München präsentiert der Argentinier Tomás Saraceno Visionen für neue Formen des Zusammenlebens. Die Ausstellung Tomás Saraceno. Verwobene Welten eröffnet am 17. Juli.
Ein einzigartiges Œuvre: Mit über 150 Arbeiten, darunter Filme, Installationen und selten zu sehende Gemälde, präsentiert die Tate Modern die kubanische Künstlerin Ana Mendieta. Die gleichnamige Ausstellung eröffnet am 15. Juli in London.