Stiftung Schloss Neuhardenberg zeigt Ausstellung über NS-Zeit

Versteckte Kunstwerke kommen ans Licht

Systemkritische Kunst kann das Leben ihrer Urheber gefährden. Dies gilt auch für die auf Schloss Neuhardenberg ausgestellten Kunstwerke, die während der NS-Zeit im Geheimen entstanden sind und zum Teil bis heute nie öffentlich zu sehen waren. Am 20. Juli eröffnet die einzigartige Ausstellung Nacht in Deutschland. Verfolgung – Zerstörung – Widerstand. Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider.

18. July 2024
Georg Netzband, Der Sieger, Mai 1937
Dauerleihgabe aus dem Nachlass
Georg Netzband, Der Sieger, Mai 1937, Harzöl auf Leinwand, 59,5 x 68,8 cm

Ab dem 20. Juli 2024, dem 80. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler, zeigt das Schloss Neuhardenberg eine besondere Ausstellung mit Bildern des Widerstands: Die Zeichnungen, Gemälde und Druckgrafiken, die während des NS-Regimes im Geheimen entstanden sind, hätten aufgrund ihres systemkritischen Inhalts für ihre Urheber das Todesurteil bedeuten können, wenn sie entdeckt worden wären. Versteckt oder vergraben überdauerten die Kunstwerke die Jahre. Nun gelangen sie zum Teil erstmals im Rahmen der Ausstellung Nacht in Deutschland. Verfolgung – Zerstörung – Widerstand. Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider an die Öffentlichkeit. Unter anderem werden bisher unbekannte Zeichnungen des jüdischen Künstlers Ernst Kaufmann (1882-1964) gezeigt, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden sind. Die Ausstellung, die einen einzigartigen Beitrag zur Kunst in der NS-Zeit liefert, ist bis zum 11. August auf Schloss Neuhardenberg zu sehen. Am Tag der Eröffnung ist der Besuch der Ausstellung kostenfrei.

Weitere Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung Gerhard Schneider sind Lea Grundig, Fritz Ketz, Carl Rabus, Georg Netzband, Renate Geisberg-Wichmann und Heinrich Stegemann. Am Sonntag, den 21. Juli, führt Sammler Gerhard Schneider um 11:00 Uhr persönlich durch die Ausstellung. Eine weitere Führung findet am 10. August um 16:00 Uhr statt.

Schloss Neuhardenberg, etwa 70 km östlich von Berlin, war unter Carl-Hans Graf von Hardenberg ein regelmäßiger Treffpunkt für die Widerstandsgruppe, die das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 plante. Am Tage der Ausstellungseröffnung wird im Schlosspark ein Gedenkort für Carl-Hans Graf von Hardenberg und den deutschen Widerstand eingeweiht. Dort wird die Bronzeplastik Gegen den Strom (2012/16) von Sylvia Hagen nun dauerhaft platziert.Art.Salon

Lea Grundig, Verhör aus der Folge „Unterm Hakenkreuz“, 1935
Sammlung Gerhard Schneider in der Bürgerstiftung für verfolgte Künste / Zentrum für verfolgte Künste, Solingen.
Lea Grundig, Verhör aus der Folge „Unterm Hakenkreuz“, 1935, Radierung, 33 x 25 cm

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