Als junger Mann machte sich Federico Fellini in den 1940er-Jahren in Rom zunächst als Journalist und Karikaturist einen Namen, bevor er hauptberuflich Drehbuchautor wurde. 1950 gab er mit Lichter des Varieté sein Regiedebüt – ein mäßiger Erfolg, aber Filmhistoriker erkennen bereits von Beginn an die starke Handschrift Fellinis, die er in den folgenden Filmen verfeinerte.
Wie viele andere Regisseure auch zeichnete Fellini die zu drehenden Szenen – ein frühes Stadium des Storyboards. Doch Fellini, der bereits als Kind durch sein zeichnerisches Talent auffiel, zeichnete skurril, dekadent, auf eigenwillige Art und Weise. Die Zeichnungen waren mehr als die Planung von Sequenzen, sie transportieren die Stimmung der Szenen und sind gleichberechtigt mit dem Drehbuch Teil der Figurenentwicklung. Bereits in den 1980ern erkannte man die Besonderheit von Fellinis Skizzen und organisierte Ausstellungen, die dessen Arbeitsprozess beleuchteten.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren werden die Werke nun wieder in größerem Umfang gezeigt, rund 200 sind es in der Folkwang-Ausstellung. Schwerpunkte liegen auf den Filmen Amarcord (1973), Casanova (1976), Die Stadt der Frauen (1980) und Schiff der Träume (1983), von denen Film-Stills und -ausschnitte den Skizzen gegenübergestellt werden. Die Zeichnungen, zum Teil rasch skizziert, zum Teil detailliert ausgearbeitet, können bis zum 20. Februar 2022 besichtigt werden. Ab Sommer 2022 ist die Schau dann im Kunsthaus Zürich zu sehen.