Die Neuerfindung des Holzschnitts: Die Werke des Künstlerduos Gert und Uwe Tobias (*1973 in Brașov, Rumänien) sind geprägt von schier unendlicher Fantasie, handwerklicher Perfektion und Tiefsinnigkeit gepaart mit Humor. Sie sind vor allem für ihre großformatigen Farbholzschnitte bekannt, deren Technik sie revolutionär erweiterten: Anstatt ihre Motive in den Druckstock zu schneiden zersägen die Künstler die Holzplatten in Einzelteile und fügen diese dann umgeordnet zu ihren Motiven zusammen. Anregungen für ihre teils skurrilen und grotesken Arbeiten finden die Zwillingsbrüder in der Kunstgeschichte sowie der Volkskunst und den Mythen ihrer Heimat Rumänien. Im letzten Jahr erhielten sie für ihr Schaffen den renommierten Lovis-Corinth-Preis, die dazugehörige Ausstellung eröffnete am 09. Mai 2026 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg und läuft noch bis zum 27. September 2026. Wie üblich haben sie sich von den Ausstellungsräumlichkeiten fürs Konzept beeinflussen lassen und gestalteten auch das Foyer des Museums für die Dauer der Ausstellung um.
Das Werk von Gert und Uwe Tobias umfasst neben Holzschnitten auch Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Wandmalereien und Installationen. Sie sind unter anderem Preisträger des HAP-Grieshaber-Preises und des Grafikpreises des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Duo stellte bisher etwa im Hammer Museum in Los Angeles, dem Museum of Modern Art in New York und der Pinakothek der Moderne in München aus.
Der im Zweijahresrhythmus verliehene Lovis-Corinth-Preis würdigt das international bedeutende Gesamtwerk eines Künstlers oder einer Künstlerin, das einen relevanten Beitrag zur Entwicklung zeitgenössischer Ausdrucksformen leistet. Ausgezeichnet werden bildende Künstlerinnen und Künstler, deren Schaffen im Bereich Malerei, Grafik, Plastik/Skulptur, Installation, Performance, Fotografie und Neue Medien einen inhaltlichen oder biografischen Bezug zum östlichen Europa aufweist.