Der Name Caspar David Friedrich ist heute weit verbreitet, seine Bilder allgemein bekannt. Bereits zu Lebzeiten genoss der 1774 geborene Friedrich einen außergewöhnlichen Ruf als Landschaftsmaler. Er lebte zurückgezogen, unternahm oft lange Wanderungen und verarbeitete seine Skizzierungen der Landschaften in begehrte Ölgemälde. Als radikal galt die Aufladung der Landschaftsbilder mit religiöser Bedeutung, die von der Kraft der Natur statt von der Kirche inspiriert war: ein Novum in der Kunst, das um 1800 immer wieder hitzige Diskussionen bei Kunstkritikern auslöste.
Der Kunstgeschmack änderte sich recht schnell, sodass Friedrich in den letzten 20 Jahren seines Lebens kaum noch Erfolg hatte. Er blieb bei seinem Stil und verstarb 1840 und war zu diesem Zeitpunkt fast vergessen. Sein Traum von einem geeinten Deutschland, der sich auch in seinen Gemälden wiederspiegelt, erfüllte sich erst lange nach Friedrichs Tod – so wie seine Wiederentdeckung im Jahr 1906 anlässlich einer Berliner Ausstellung zu deutschen Künstlerinnen und Künstlern der Vergangenheit. Friedrichs Bilder wurden als überraschend modern empfunden, die dargestellten Menschen in der Natur als Sinnbilder für Isolation und Einsamkeit im Zeitalter der Industrialisierung verstanden. Noch heute sind die Werke Friedrichs zugänglich und beliebt. Die Dokumentation Caspar David Friedrich – Wanderer zwischen den Welten (2020) vermittelt Friedrichs Rezeption und die neuesten Forschungsergebnisse zu seinem Leben und Werk.