Werke der bildenden Kunst sprachlich zu vermitteln ist gängig und oft sozusagen ein notwendiges Übel. Die Grenzen von Sprache in dieser Aufgabe und demzufolge eine unzureichende Wiedergabe eines Kunstwerks geraten dabei häufig in Vergessenheit. Mit der Ausstellung Shifting the Silence. Die Stille verschieben erinnert das Lenbachhaus in München daran und lädt dazu ein, zahlreiche zeitgenössische Kunstwerke bewusst vor Ort zu erfahren, eigenen und neuen Assoziationen und Interpretationen Raum zu geben. Die Mehrdeutigkeit von Kunstwerken, die aufgrund von sprachlicher Struktur eher aufgelöst wird, zu entdecken ist ein bedeutender Existenzgrund von bildender Kunst. Der Titel der Schau bezieht sich auf das Buch Shifting the Silence der Künstlerin Etel Adnan, das kurz vor ihrem Tod im Jahr 2021 erschien. Es ist eine poetische, fragmentarische Reflexion über Leben, Vergänglichkeit und Wahrnehmung. Die Grenzen von Sprache bei der Erfassung von Kunstwerken ist ein zentrales Motiv des Buchs. Die Ausstellung ist noch über ein Jahr lang bis zum Sommer 2027 in München zu sehen.
Das Lenbachhaus präsentiert unter anderem Werke von Etel Adnan, Saâdane Afif, Nevin Aladağ, Harold Ancart, Tolia Astakhishvili, Leilah Babirye, Cana Bilir-Meier, Mel Bochner, Thea Djordjadze, Simone Fattal, Amy Feldman, Dan Flavin, Isa Genzken, Adrian Ghenie, Zvi Goldstein, Sheela Gowda, Giorgio Griffa, Philipp Gufler, Samia Halaby, Candida Höfer, Jenny Holzer, Alexander Kluge, Jiří Kovanda, Goshka Macuga, Nick Mauss, Rosemary Mayer, Małgorzata Mirga-Tas, Roméo Mivekannin, Matt Mullican, Marcel Odenbach, Gülbin Ünlü, Nicole Wermers und Issy Wood.