Frankfurt am Main: »Monets Küste« im Städel Museum

Der Mythos Étretat

Mit 24 Arbeiten von Claude Monet und insgesamt rund 170 Gemälden, Zeichnungen und Fotografien untersucht das Städel Museum die Felsen von Étretat in der Normandie; einer Küstenlandschaft, die zahlreiche Kunstschaffende faszinierte. Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat ist ab dem 19. März in Frankfurt am Main zu sehen.

19. March 2026
Claude Monet, Steilküste von Aval, 1885
Foto © Hasso Plattner Collection
Claude Monet, Steilküste von Aval, 1885, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm

Seit der Romantik diente die Steilküste von Étretat, ursprünglich einem Fischerdorf in der Normandie am Atlantik, Kunstschaffenden als Basis für Zeichnungen und Gemälde. Vor allem die drei Felsentore Porte d’Amont, Porte d’Aval und Manneporte faszinierten die Kunstschaffenden, die in der Felsenlandschaft Schönheit aber auch Bedrohlichkeit fanden. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat vom Fischerdorf zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Kunstschaffende und das Pariser Bürgertum. Auch der junge Maler Claude Monet (1840-1926) begeisterte sich für die Region und bildete die Felsentore in zahlreichen Gemälden ab. Unter dem Eindruck der sich stets verändernden Licht- und Wetterverhältnisse begann er, Étretat in Motivreihen zu malen. Diese Arbeitsweise wurde später zu Monets Markenzeichen und entwickelte sich zu einem zentralen Element des Impressionismus. Erstmals widmet sich eine Kunstausstellung nun dem Mythos Étretat, an dem Monet entscheidenden Anteil hatte: Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat ist vom 19. März bis zum 05. Juli im Frankfurter Städel Museum zu sehen.

Insgesamt präsentiert die Ausstellung rund 170 Kunstwerke, davon allein 24 von Monet. Ausgehend von weiteren historischen Positionen wie Eugène BoudinGustave CourbetAlphonse DavanneEugène DelacroixEugène Le PoittevinHenri Matisse und Félix Vallotton schlägt die Ausstellung den Bogen zu zeitgenössischen Werken wie den Fotografien von Elger Esser. Gemeinsam verdeutlichen die Arbeiten die anhaltende Faszination, die dieser Ort für Kunstschaffende und Kreative bis heute ausübt. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Fitzwilliam Museum in Cambridge, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Canada in Ottawa sowie dem Musée d’Orsay in Paris.

Der in Paris geborene Monet löste sich während der 1860er als junger Mann von der erlernten realistischen Malerei und malte zunehmend impressionistisch. 1870 floh Monet vor dem Deutsch-Französischen Krieg nach London, wo er Gemälde des berühmten William Turner (1775-1851) studierte, dessen vom Licht beherrschte Bilder großen Einfluss auf Monet hatten. In den Jahren nach der Ersten Impressionisten-Ausstellung in Paris im Jahr 1874 stellte sich langsam auch finanzieller Erfolg ein, der Monet weiterführende künstlerische Experimente ermöglichte.Art.Salon

Claude Monet, Stürmisches Meer bei Étretat, 1883
Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette
Claude Monet, Stürmisches Meer bei Étretat, 1883, Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm, Musée des Beaux-Arts de Lyon

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