Altdorf/Glarus: Zwei Institutionen mit gemeinsamer Ausstellung

Die Landschaft als Echo der Kultur

Ein besonderes Ausstellungsprojekt im Zentrum der Schweiz: Das Haus für Kunst Uri in Altdorf und das Kunsthaus Glarus präsentieren noch bis zum 30. August ihre gemeinsame Ausstellung The Sigh of the Mountain – Über Echos und Spuren in unseren Landschaften, die sich über beide Institutionen erstreckt. Die Kunstwerke stammen von nationalen und internationalen Kunstschaffenden.

09. July 2026
The Sigh of the Mountain, Installationsansicht / installation view Kunsthaus Glarus, 2026. Noemi Pfister, Werke aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins und dem Archiv der Dätwyler Stiftung, Ausstellungsdisplay von informale
Foto: Gina Folly
The Sigh of the Mountain, Installationsansicht / installation view Kunsthaus Glarus, 2026. Noemi Pfister, Werke aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins und dem Archiv der Dätwyler Stiftung, Ausstellungsdisplay von informale / Noemi Pfister, works from the collection of the Glarner Kunstverein and from the archive of the Dätwyler Foundation, exhibition display by informale.

Verbunden durch den Klausenpass und durch das Echo: Eingebettet in die alpine Landschaft realisieren das Kunsthaus Glarus und das Haus für Kunst Uri in Altdorf erstmals eine gemeinsam kuratierte Ausstellung. Konzipiert um das akustische Phänomen des Echos – historisch als Seufzen der Berge oder Flüstern der Berggeister bezeichnet – fragen die Institutionen nach aktuellen Widerhallen, die Landschaften gesellschaftlich, kulturell und politisch deuten und mitprägen. Landschaft wird nicht zu einer Idylle stilisiert, sondern als Metapher menschlichen Handelns wahrgenommen, das sich etwa in Migration, Krieg und ökologische Veränderungen manifestiert. In The Sigh of the Mountain – Über Echos und Spuren in unseren Landschaften sind noch bis zum 30. August die Arbeiten von 18 nationalen und internationalen Kunstschaffenden zu sehen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Annette Amberg und Gioia Dal Molin, die im vergangenen Jahr die Leitung der beiden Häuser übernommen haben.

An der Schau nehmen Noor Abed, Talar Aghbashian, Kateryna Aliinyk, Nathalie Bissig, Yann Stéphane Bisso, Binta Diaw, Andro Eradze, Sky Hopinka, Dominique Koch, Angelika Loderer, Zahra Malkani, Lou Masduraud, Leila Peacock, Noemi Pfister, Stas Shärifulla, Tiffany Sia, Rebecca Solari und Anouk Tschanz teil. Die Künstlerinnen und Künstler, alle in den 1980ern und 1990ern geboren, arbeiten in verschiedenen Medien wie Malerei, Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Performance. Anhand fiktiver und realer Landschaften – beispielsweise auch der Ukraine oder der Provinz Sindh in Pakistan – enthüllen sie historische und politische Spuren, die auch in Zukunft sichtbar bleiben werden. Das Kunsthaus Glarus wirft zusätzlich mit historischem Archivmaterial und Fotografien Blicke auf die eigene und unmittelbare Umgebung: Mitte des 19. Jahrhunderts war der Kanton erst von massiver Auswanderung in die USA, wenige Jahrzehnte von einem »Wirtschaftswunder« und extremer Zuwanderung geprägt.Art.Salon

The Sigh of the Mountain, Installationsansicht / installation view Kunsthaus Glarus, 2026. Leila Peacock, Hain, 2026
Foto: Gina Folly
The Sigh of the Mountain, Installationsansicht / installation view Kunsthaus Glarus, 2026. Leila Peacock, Hain, 2026. Courtesy Leila Peacock.

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