Erneuerung einer Ausstellungsreihe aus den 1970ern
Hamburger Kunsthalle: »Kunst um 1800«
Erneuerung einer Ausstellungsreihe aus den 1970ern
KUNST UM 1800 war der Titel eines wohlbekannten Ausstellungszyklus der Hamburger Kunsthalle von 1974 bis 1981. Jetzt eröffnet das Haus eine kommentierte und aktualisierte Auflage: KUNST UM 1800 zeigt ab dem 05. Dezember über 50 Gemälde, Bücher und grafische Arbeiten aus der Sammlung des Museums.
03. December 2025
Auguste Desperet (1804–1865), Dritter Ausbruch des Vulkans von 1789, 1833, Lithographie, 26 × 33 cm, Privatsammlung, Hamburg
Wie hat sich die Sicht auf jahrhundertealte Kunst verändert? Was sagt das über unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert aus? Die Hamburger Kunsthalle eröffnet eine Ausstellung über Ausstellungen: Von 1974 bis 1981 zeigte das Museum einen Ausstellungszyklus zur Kunst um 1800. Die Reihe revidierte Narrative der europäischen Kunstgeschichte, indem sie Themen und Künstler ins Zentrum stellte, die mit den Konventionen ihrer Zeit brachen: Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, William Blake, Johan Tobias Sergel, William Turner, Philipp Otto Runge, John Flaxman und Francisco Goya. Die Ausstellung KUNST UM 1800 wird die historischen Displays, die unter der Regie des damaligen Direktors Werner Hofmann entstanden, aus einer gegenwärtigen Perspektive kommentieren und aktualisieren. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bringen neue Aspekte über die Kunst um 1800 zum Vorschein und betonen Themen, die in den 1970ern vernachlässigt worden sind wie Feminismus, jüdische Kultur und People of Color. KUNST UM 1800 läuft vom 05. Dezember 2025 bis zum 29. März 2026.
Über 50 Gemälde, Bücher und grafische Werke aus der Sammlung der Kunsthalle entführen Besuchende in die entfernte Vergangenheit und korrigieren Sichtweisen des mittleren 20. Jahrhunderts auf diese Zeit. In drei Abschnitten wird KUNST UM 1800 Themen wie Träume, politische Landschaften und revolutionäre Energien aus der Jetztzeit betrachten. Der Ausstellungsort ist derselbe: Der Kuppelsaal im Obergeschoss des An- und Erweiterungsbaus, der 1919 eingeweiht wurde. Er wurde in den 1970ern als kuratorischer Experimentierraum genutzt.
Gastkuratoren der aktuellen Ausstellung sind Prof. Dr. Petra Lange-Berndt von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Dietmar Rübel von der Akademie der Bildenden Künste München.
François Gérard (1770–1837), Ossian am Ufer der Lora beschwört die Geister beim Klang der Harfe, um 1810, Öl auf Leinwand, 211 × 221 cm, Hamburger Kunsthalle
Im Rahmen der Reihe InterNationalgalerie lädt die Alte Nationalgalerie andere Institutionen in die eigenen Räumlichkeiten ein. Den Auftakt macht ab dem 18. Juni das Nationalmuseum in Warschau mit der Ausstellung Die Erfindung der Mythen.
Noch bis zum 27. Juni zeigt Elvira Flamm drei Arbeiten ihrer Serie Ikonen ohne Namen (Icons without names) in der Ausstellung des Made in Berlin Art Award 2026. Sie wurde als eine von 20 Kunstschaffenden für die Schau in der BBA Gallery ausgewählt.