Seit fast 30 Jahren ist die Villa des Malers Franz von Stuck ein Museum. Ganz im Sinne einer Künstlervilla, in der ein Dialog von bildender Kunst, Architektur, Musik und Theater gefördert wird, organisiert das Museum vielfältige, interdisziplinäre Wechselausstellungen. Nevin Aladağ, die bereits in Venedig und auf der letzten documenta von sich reden machte, ist Professorin für interdisziplinäres künstlerisches Arbeiten in Dresden. Nun erhält sie ihre bisher umfassendste Einzelausstellung in der Villa Stuck. Dabei werden ältere und speziell für die Ausstellung angefertigte Werke gezeigt.
Aladağ experimentiert mit Klang und Musik als Bestandteil der bildenden Kunst in Verbindung mit Installationen, Videoarbeiten und Performances. Neben der kreativen Verarbeitung von Instrumenten interessiert sie sich für den Klang von Alltagsgegenständen und Möbeln. Sie gestaltet ihre Klanginstallationen sehr wissenschaftlich. Größere und kleinere Umbaumaßnahmen an den Gegenständen werden so lange durchgeführt, bis sich ein harmonisches Gesamtbild des Klangs ergibt, bei dem jede einzelne Tonspur ihre Individualität erhalten kann.
In den vielen Räumen der ausladenden Villa Stuck warten jeweils unterschiedlichste Installationen und Performances, die überraschende Kunsterlebnisse zum Sehen und Hören bieten. Aladağ bezieht teilweise von Stucks Gemälde in ihre Klangwelt mit ein – die mehr als 100 Jahre alten Gemälde können nun ebenfalls auf einzigartige Weise bis zum 20. Februar 2022 neu gesehen werden.