Das Bild war namensgebend für den Fauvismus, die erste französische Avantgarde-Bewegung des 20. Jahrhunderts: Femme au chapeau (Frau mit Hut) von Henri Matisse schockierte 1905 die Kunstwelt. Seit 1991 befindet es sich im San Francisco Museum of Modern Art, das der Geschichte des Gemäldes so detailliert wie nie auf den Grund geht: Matisse’s Femme au chapeau: A Modern Scandal eröffnet am 16. Mai.
15. May 2026
Richard Diebenkorn, Woman in Hat and Gloves, 1963, Oil on canvas, 33 3/4 x 36 in. (85.9 x 91.4 cm), Private collection
Es ist eines der berühmtesten Gemälde der europäischen Kunstgeschichte: Femme au chapeau (Frau mit Hut) (1905) von Henri Matisse (1869-1954) zeigt ein Porträt seiner Frau Amélie in wie zügig hingeworfenen Pinselstrichen und einer realitätsfernen Farbwahl, in der blaue und grüne Töne dominieren. Erstmals im Pariser Salon d’Automne öffentlich ausgestellt, schockierte es das Publikum und inspirierte die Bezeichnung der Kunstrichtung Fauvismus. Gertrude Stein kaufte das Gemälde am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam mit ihrem Bruder Leo, es hing als ein zentrales Bild in ihrer Wohnung, in der zahlreiche Kulturschaffende sich trafen und austauschten. In den USA wurde es erstmals 1936 im heutigen San Francisco Museum of Modern Art gezeigt. Das Museum, eines der größten US-amerikanischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst, erhielt es 1991 durch eine Schenkung. Eine Bedingung der Schenkung war, dass das Gemälde nicht an andere Institutionen verliehen werden darf, weshalb es nur dort zu sehen ist. Die aktuelle Ausstellung beschäftigt sich intensiv mit der Entstehung und Geschichte des Gemäldes und welchen Einfluss es auf Matisse‘ Werk hatte. Matisse’s Femme au chapeau: A Modern Scandal läuft vom 16. Mai bis zum 13. September.
Die Ausstellung stellt zunächst das Modell Amélie Matisse vor, die als Hutmacherin arbeitete und eine kreative Stütze als auch eine Managerin für den Maler war. Eine Untersuchung der Mode des frühen 20. Jahrhunderts gibt erhellende Einblicke in ihre Wahl des prominent abgebildeten Hutes, als sie für das Gemälde posierte. Weiterhin vermittelt die Ausstellung ein Gefühl für die originale Präsentation im Pariser Salon d’Automne: In einem Raum ist Femme au chapeau mit Werken der anderen neun Kunstschaffenden vereint, die damals am Salon teilnahmen, darunter Charles Camoin, André Derain, Henri Manguin, Albert Marquet und Maurice de Vlaminck. Denn nicht nur Matisse‘ Gemälde, sondern die gesamte Ausstellung sorgten für Furore, hitzige Debatten und auch Bewunderung. Zum Schluss wird nacherzählt, wie das berühmte Bild und weitere fauvistische Arbeiten von Matisse andere Kunstschaffende beeinflussten, beispielsweise Jacqueline Marval, Jean Metzinger, Hilary Harkness, Rachel Harrison und David Hockney.
André Derain, Henri Matisse, 1905, Oil on canvas, 28 x 23 3/8 x 4 3/8 in. (71 x 59.5 x 11.2 cm), Tate, purchased 1958
Er war einer der berühmtesten niederländischen Fotografen des 20. Jahrhunderts: Ed van der Elsken fing als Straßen- und Reisefotograf kulturelle Umwälzungen ein. Die Ausstellung Ed van der Elsken. Up Close wird noch bis zum 13. September im Rijksmuseum Amsterdam gezeigt.
Kunst für eine funktionierende Koexistenz der globalen Bevölkerung: Im Haus der Kunst in München präsentiert der Argentinier Tomás Saraceno Visionen für neue Formen des Zusammenlebens. Die Ausstellung Tomás Saraceno. Verwobene Welten eröffnet am 17. Juli.