Zwei bedeutende britische Maler sind nun, wie zu Lebzeiten, wieder Seite an Seite zu sehen: In Turner and Constable zeichnet die Tate Britain die Rivalität der beiden Künstler nach und bietet detaillierte Einblicke in ihre Arbeitsweisen. Die Ausstellung eröffnet am 27. November in London.
27. November 2025
Image courtesy of Tate.
John Constable, Hampstead Heath with a Rainbow, 1836
Wie der Kampf von Wasser und Feuer: So bezeichneten einige Kunstkritiker des 19. Jahrhunderts die Rivalität von John Constable (1776-1837) und William Turner (1775-1851). Beide Maler widmeten sich der Landschaftsmalerei und nutzten sie zur Reflektion von Emotionen und der sich verändernden Welt, vor allem bedingt durch die beginnende Industrialisierung in England. Sowohl Constables als auch Turners Arbeiten galten als ungewöhnlich, doch ihre Ansätze waren sehr verschieden: Turner fokussierte sich auf die Lichtführung bis hin zu einer sich anbahnenden Abstraktion im Spätwerk und unternahm diverse Reisen, Constable malte Orte, die er bestens kannte, und widmete sich in extremer Detailgenauigkeit ganz der Natur und den Eindrücken, die sie hinterlässt, unabhängig von malerischen Konventionen. Die Tate Britain entführt Besuchende nun in das frühe 19. Jahrhundert, belebt die alte Rivalität wieder und erkundet anhand von Skizzenbüchern und persönlichen Gegenständen der Maler ihre Inspirationen und Arbeitsweisen. Turner and Constable ist vom 27. November 2025 bis zum 12. April 2026 in London zu sehen.
Beide Maler hatten großen Einfluss auf nachfolgende Generationen: Turner gilt, vor allem wegen seines Spätwerks, als führende Inspiration für Impressionisten und die gesamte Kunst der Moderne. Constable, dessen Werk in Frankreich deutlich mehr Anklang fand als in England, war Vorbild für die Schule von Barbizon, die zentral für den aufkommenden Realismus im 19. Jahrhundert war. Zur losen Gruppe werden unter anderem Jean-François Millet (1814-1875), Édouard Manet (1832-1883) und Edgar Degas (1834-1917) gezählt.
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