Aleksandra Kasuba in der Tate St Ives

Jenseits des rechten Winkels: sinnliche Environments

Die Tate St Ives präsentiert das sieben Jahrzehnte umfassende Schaffen einer visionären Künstlerin, die vor allem wegen ihrer innovativen Environments bekannt ist: Aleksandra Kasuba: Shelters for the Senses eröffnet am 02. Mai.

01. May 2026
Aleksandra Kasuba Gilded Structures. I, 1983-1984
Photo by Antanas Lukšėnas.
Aleksandra Kasuba, Gilded Structures. I, 1983-1984. Lithuanian National Museum of Art.

Von frühen Gemälden und Mosaiken über Skulpturen zu Environments: Die Tate St Ives bringt das umfangreiche, innovative Schaffen der Künstlerin Aleksandra Kasuba (1923-2019) zurück ins Rampenlicht. Die Exponate stammen aus dem Lithuanian National Museum of Art in Vilnius, dem die Künstlerin ihr Werk schenkte und wo sie 2015 eine große Retrospektive hatte. Besonders ihre Environments, von denen mit Spectrum. An Afterthought (1975-2014, siehe unten) eines der einprägsamsten in der Ausstellung der Tate St Ives zu sehen ist, verdeutlichen Kasubas Ansatz: Ihre räumliche Umgebung kommt ohne rechte Winkel aus, die Kasuba als einschränkend empfand, und führt Rezipienten durch Windgeräusche und verschiedene Gerüche in die Welt der Sinne mit dem Ziel einer Neuentdeckung der tieferliegenden Beziehung des Menschen zu Natur. Die Ausstellung Aleksandra Kasuba: Shelters for the Senses, die erste Museumsausstellung Kasubas im Vereinigten Königreich, läuft vom 02. Mai bis zum 04. Oktober.

Die Arbeit der Künstlerin, die im Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat Litauen floh und sich 1947 in New York niederließ, ist oft von Formen der Natur inspiriert, etwa von Muscheln, Steinen und Pflanzenwachstum. Kasubas Kunstwerke untersuchten die Möglichkeiten alternativer Lebensentwürfe, die den Menschen aus festgefahrenen Strukturen führen sollten. Als Beispiel nennt sie die Auflösung etablierter strenger (westlicher) Architekturformen, in denen Menschen den Großteil ihres Lebens verbringen: 1971 erklärte sie in einem Interview, sie wolle den quadratischen Raum abschaffen. In den USA sind außerdem viele öffentliche Mosaike und Wandgemälde der Künstlerin zu sehen, die ihre Position ohne museale Hürden in die Gesellschaft tragen. Kasuba arbeitete in den 1960er Jahren mit dem Kollektiv E.A.T. (Experiments in Art and Technology), das aus Kunstschaffenden, Ingenieurfachkräften und Forschenden bestand, zusammen, um ihre Ideen auszuformen.Art.Salon

Aleksandra Kasuba Spectrum, An Afterthought, 1975-2014
Photo by Antanas Lukšėnas.
Aleksandra Kasuba, Spectrum, An Afterthought, 1975-2014. Lithuanian National Museum of Art.
Aleksandra Kasuba Dreaming III, 1963
Photo by Antanas Lukšėnas.
Aleksandra Kasuba, Dreaming III, 1963. Lithuanian National Museum of Art.

Dive deeper into the art world

Hilden: Ausstellung mit Gabriele Weide

In der Ausstellung Zwischentöne & Statements präsentiert das Haus Hildener Künstler Kunstwerke von drei Künstlerinnen über zentrale Themen unserer Zeit. Gabriele Weide aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon zeigt Arbeiten über die Gefährdung des Lebensraumes Ozean. Die Vernissage findet am 20. Juni um 15 Uhr in Hilden nahe Düsseldorf statt.

17. June 2026
Gabriele Ludewig

Auf den ersten Blick wirken Gabriele Ludewigs „Balloons“ wie bunte, schwebende Luftballons. Doch hinter der poppigen Comic-Ästhetik verbergen sich massive Skulpturen voller Dynamik. Ein Blick auf Kunstwerke, die pure Lebensfreude versprühen.

von Felix Brosius, 16. June 2026